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Aktuell Asien

Südkorea bekommt erste Präsidentin

Mit Park Geun Hye tritt in Südkorea erstmals eine Frau an die Staatsspitze. Die 60-jährige Konservative gewann die Präsidentenwahl.

Nach Auszählung von fast 90 Prozent der Stimmen ist Park Geun Hye der Sieg nicht mehr zu nehmen, meldeten südkoreanische Fernsehsender. Auf die Kandidatin der regierenden Saenuri-Partei entfielen danach 51,5 Prozent der Stimmen. Ihr Gegenkandidat, der ehemalige Menschenrechtsanwalt Moon Jae In von der Demokratischen Einheitspartei, räumte seine Niederlage ein. Er kam auf 48 Prozent der Stimmen.

Park löst Präsident Lee Myung Bak ab, der nach fünfjähriger Amtszeit nicht mehr kandidieren durfte. Die Wahlbeteiligung unter den rund 40,5 Millionen Stimmberechtigten war mit 75,8 Prozent vergleichsweise hoch, wie die staatliche Wahlkommission in Seoul mitteilte.

Tochter von Diktator Park

Die künftige Präsidentin ist die Tochter des früheren Militärdiktators Park Chung Hee, der Südkorea von 1961 bis 1979 mit eiserner Faust regierte. Er wird dennoch in Teilen der Bevölkerung als Vater des wirtschaftlichen Aufstiegs des asiatischen Landes verehrt. Im Wahlkampf entschuldigte sich Park öffentlich bei denjenigen, die unter der Herrschaft ihres Vaters gelitten hatten.

In einer ersten Erklärung nach ihrem Wahlsieg betonte Park, sie werde ihr Hauptaugenmerk auf die Ankurbelung der Wirtschaft legen. Deren jahrzehntelanges Wachstum von durchschnittlich 5,5 Prozent hat sich auf zuletzt zwei Prozent abgeschwächt. Mit dem kommunistischen Nordkorea will Park anders als ihr Vorgänger einen politischen Dialog führen. Sie sei bereit, mit dem dortigen Machthaber Kim Jong Un zu verhandeln. Sie wolle aber auch, dass Nordkorea sein Atomwaffenprogramm aufgebe, hatte Park im Wahlkampf erklärt. Das sei eine Voraussetzung für weitere Hilfen an das verarmte Land.

Nordkorea schürte erst vor wenigen Tagen mit dem Start einer Rakete Sorgen vor einer Destabilisierung der Region. Außerdem verschärfte die Führung in Pjöngjang ihre Rhetorik gegenüber Park. Diese hege einen Groll gegen Nordkorea und sei auf Konfrontation aus, hieß es.

wl/sti (dpa, dapd, rtr, afp)