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Aktuell Europa

Südeuropas Jugend lernt Deutsch

Bei den Goethe-Instituten haben 2011 so viele Menschen Deutsch gelernt wie noch nie zuvor. Besonders stark stiegen die Teilnehmerzahlen in den Euro-Krisenländern im Süden Europas.

In Spanien stiegen die Teilnehmerzahlen der Deutsch-Kurse um 35 Prozent, in Portugal um 20 und in Italien um 14 Prozent. "Es sind vor allem junge Leute, die sich für unsere Kurse interessieren", sagte Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann. "Nicht, weil sie Goethe und Schiller im Original lesen möchten, sondern weil sie im Beruf weiterkommen wollen."

Die drei EU-Staaten leiden unter der Euro-Schuldenkrise, Spanien und Portugal sind bereits in die Rezession abgeglitten. In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei fast 50 Prozent. Viele junge Spanier hoffen auf Jobs in Deutschland. Auch aus dem hochverschuldeten Griechenland wurde eine deutliche Zunahme von Deutschlernern gemeldet.

Eine Viertel Million Menschen in Deutschkursen

In den 150 Goethe-Instituten in 93 Ländern besuchten 2011 insgesamt 234.587 Teilnehmer Sprachkurse. Dies bedeutete einen Anstieg um 16.400 gegenüber dem Jahr 2010. Wie das für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland zuständige Institut mitteilte, kam das Ausmaß des Anstiegs überraschend. An vielen Häusern sei das Angebot ausgebaut worden, um allen Nachfragen gerecht zu werden.

Der Anstieg der Zahlen der Goethe-Institute steht im Widerspruch zur Entwicklung in den vergangenen Jahren. 2010 lernten noch rund 15 Millionen Menschen an Schulen im Ausland deutsch, zehn Jahre zuvor waren es noch 20 Millionen.

wl/hp (dpa,afp)