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Südafrika

Südafrikas Rand unter Druck

Zum wiederholten Mal steht der südafrikanische Finanzminister vor seiner Entlassung, und zum wiederholten Mal gerät die Landeswährung unter Druck. Innerhalb von zwei Tagen verlor der Rand fast sechs Prozent an Wert.

Südafrika Finanzminister Minister Pravin Gordhan (R) und Zuma (L) (picture-alliance/dpa/N. Bothma)

Südafrikas Finanzminister Minister Pravin Gordhan (rechts) und Präsident Jacob Zuma

Finanzminister Pravin Gordhan traf am Dienstag weider in Südafrika ein, nachdem Präsident Jacob Zuma ihn überraschend von einer Auslandsreise zurück beordert hatte. Gordhan war zu Gesprächen mit Anlegern in Londen unterwegs. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Rückrufs sackte am Montag der Wert der Landeswährung weg.

Finanzminister Gordhan gilt als Stabilitätsanker und als Garant gegen die grassierende Korruption im Land. „Warten wir ab", sagte Gordhan nach seiner Rückkehr lediglich. „Der Präsident ist mein Boss, und wenn er sagt, wir sollen zurückkommen, dann kommen wir zurück."

Ohne weitere Erläuterungen fügte Gordhan hinzu, es gebe in der Regierung Süafrikas viele, die dafür sorgen wollten, "dass die Wirtschaft in der Spur bleibt und unsere Entwicklung in die richtige Richtung geht."

Am Dienstag verlor der Rand zwei Prozent an Wert, Bankaktien und Regierungsanleihen gaben ebenfalls um mehr als zwei Prozent nach.

Kein Kommentar vom ANC

Pressemeldungen zufolge sprachen sich sechs wichtige Vertreter im Führungsgremium der ANC, der Regierungspartei von Präsident Zuma, für eine Ablösung Gordhans aus. ANC-Generalsekretär Gwede Mantashe wollte diese Berichte allerdings nicht kommentieren.

Die Gründe für den Rückruf des Finanzministers durch den Präsidenten blieben zunächst unklar. Von Seiten der wichtigsten Oppositionspartei Südafrikas, der Demokratischen Allianz, hieß es an die Adresse Zumas: "Warum erklärt er es den Südafrikanern nicht einfach?"

Bereits im Dezember 2015 hatte Zuma den renommierten Finanzminister Nhlanhla Nene völlig überraschend entlassen und ihn durch einen unbekannten Abgeordneten ersetzt. Auch damals war die Landeswährung stark unter Druck geraten. Daraufhin setzte Zuma den jetzigen Amtsinhaber an die Spitze des Finanzressorts. Vorgänger Nene ließ am Dienstag mitteilen, er stehe für das Amt nicht mehr zur Verfügung.    

 

ar/wen (afp, rtr)