Südafrikas Ex-Präsident Zuma: Eine Skandal-Chronik | Afrika | DW | 14.02.2018
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Afrika

Südafrikas Ex-Präsident Zuma: Eine Skandal-Chronik

Sein Rücktritt war am Ende unvermeidlich. Dem südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma wurden seit Jahren Korruption und Machtmissbrauch vorgeworfen. Ein Überblick.

Im Jahr 2009 wird Jacob Zuma zum Präsidenten Südafrikas gewählt - und das obwohl er sich bereits vor seiner Wahl mehrfach vor Gericht verantworten musste. Sowohl Vergewaltigungs- als auch Korruptionsvorwürfe gegen Zuma überschatteten damals den Vorwahlkampf zu den Präsidentenwahlen.

Juni 2005: Zuma wird wegen Korruption angeklagt. Der Vorwurf: Er habe Schmiergelder von einer französischen Rüstungsfirma angenommen. Zu den 783 Anklagepunkten zählen Geldwäsche und Erpressung. Sie stammen noch aus dem umstrittenen Waffengeschäft über fünf Milliarden US-Dollar, das 1999 von der südafrikanischen Regierung unterzeichnet worden war. Seine Partei, der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC), hat sich von Zuma getrennt.

Dezember 2005: Zuma wird wegen Vergewaltigung einer HIV-positiven Familienfreundin angeklagt.

April 2006: Freispruch im Vergewaltigungsverfahren. Zuma gibt vor Gericht an, er habe geduscht, um eine Ansteckung mit dem HI-Virus zu vermeiden. Diese Aussage hängt ihm während seiner gesamten Präsidentschaft nach.

September 2006: Das Korruptionsverfahren gegen Zuma wird eingestellt - die Strafverfolger beantragen Zeit für die Suche nach weiteren Beweisen. 

Dezember 2007: Nach einem harten Wahlkampf gegen seinen Vorgänger Thabo Mbeki wird Jacob Zuma vom Afrikanischen Nationalkongress (ANC) zum Parteivorsitzenden gewählt. Diese Wahl stellt die Weichen für seine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2009. 

Januar 2009: Ein Berufungsgericht bereitet den Weg für eine Neueröffnung des Verfahrens - nur wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl.

April 2009: Die Strafverfolger ziehen die Anklage gegen Zuma zurück. Der Grund: Telefon-Abhörmaßnahmen zeigen Beweise von politischer Einflussnahme auf die Untersuchung. 

Mai 2009: Zuma wird neuer Präsident Südafrikas. Er kündigt einen harten Kampf gegen die Korruption an. 

Dezember 2010: Zuma klagt im Gericht auf umgerechnet 700.000 US-Dollar Schadensersatz wegen Diffamierung: Ein politischer Cartoon zeigt ihn bei der Vergewaltigung der Symbolfigur Justitia, die für Gerechtigkeit steht.

März 2012: Der Oberste Gerichtshof erlaubt der Oppositionspartei "Demokratische Allianz" eine Korruptions-Anklage gegen Zuma.

Dezember 2012: Zuma wird als Parteichef des ANC wiedergewählt. 

Dezember 2013: Zumas Image als Präsident des Volkes verblasst nach dem Nkandla-Skandal: Er hat mit Steuergeldern in Höhe von umgerechnet 20 Millionen US-Dollar seine Residenz in Nkandla, KwaZulu-Natal, modernisiert. Eine offizielle Untersuchung entlastet den Präsidenten. 

Dezember 2013: Während der Gedenkfeier für Nelson Mandela verhöhnen ANC-Anhänger den amtierenden Präsidenten.

Mai 2014: Zuma wird für eine weitere Amtszeit als Staatspräsident wiedergewählt.

März 2016: Ein Gericht verurteilt Zuma im Fall der Privatresidenz Nkandla zur Rückzahlung von gut 40 Prozent der veruntreuten Steuergelder. Zuma bittet die Bevölkerung um Entschuldigung für die "Frustration und Konfusion", die entstanden sei. 

Juli 2017: Neue Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung Zuma: Vertraulichen Emails zufolge hat die indisch-stämmige Gupta-Familie auf die Zusammensetzung des Kabinetts Einfluss geübt und von lukrativen Geschäftsverträgen mit der Regierung profitiert.

August 2017: Zuma übersteht das achte Misstrauensvotum im Parlament. Mehrere ANC-Abgeordnete stimmen jedoch gegen ihn.

Oktober 2017: Der Oberste Gerichtshof gewährt die Neuauflage von 18 Anklagen wegen Korruption. 

Januar 2018: Zuma stimmt einer Untersuchung zur Vorwürfen der "State Capture" zu.

Februar 2018: Der ANC fordert den Präsidenten Südafrikas zum Rücktritt auf. Dieser weigert sich zunächst, lässt es aber auf ein weiteres Misstrauensvotum nicht mehr ankommen. Am 14. Februar ist die Ära Zuma (vorerst) beendet.

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