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Aktuell Afrika

Südafrika gewährt Bewährung für Apartheid-Mörder

Während der Apartheid in Südafrika war er für Mord und Folter verantwortlich. Dafür saß Eugene de Kock 20 Jahre im Gefängnis. Jetzt wurde der ehemalige Chef der weißen Todesschwadronen auf Bewährung freigelassen.

Die Freilassung des auch als "Prime Evil" (etwa: größter Verbrecher) bekannten Eugene de Kock (Archivbild, links) sei "im Interesse der Staatsbildung und der Versöhnung" gefallen, sagte der für Strafvollzug zuständige Minister Michael Masutha. De Kock, einst Chef der Antiterroreinheit Vlakplaas der südafrikanischen Polizei, war wegen vielfachen Mordes, Folter und Betrugs zu zwei lebenslangen Haftstrafen und zusätzlich 212 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Im letzten Jahr hatte Masutha einen Antrag auf Bewährung de Kocks noch abgelehnt.

Reuiger Musterhäftling

Die Vlakplaas war zur Zeit der Apartheid zur Bekämpfung des verbotenen Afrikanischen Nationalkongresses des späteren Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela eingesetzt worden. Nach dem Ende der Apartheid 1994 wurde de Kock verhaftet und 1996 verurteilt.

Vor Gericht hatte er sich als "Mörder in staatlichem Auftrag" bezeichnet. Unter anderem belastete er den ehemaligen Staatschef Pieter Willem Botha schwer. Er kritisierte immer wieder, dass er hart bestraft werde, während zahlreiche Mittäter und Drahtzieher nicht belangt worden seien. Im Gefängnis galt er als Musterhäftling. Er entschuldigte sich bei Opferfamilien und kooperierte bei der Aufklärung von Verbrechen.

cr/stu (dpa, afp)