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Afrika

Südafrika: Fernsehen für die Townships

Bisher war Radio das Medium in den südafrikanischen Townships. Mittlerweile wird aber Community Televison immer beliebter. Die DW-AKADEMIE hat dazu jetzt in Kapstadt einen Workshop veranstaltet.

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Seit dem Ende der Apartheid vor 14 Jahren ist das sogenannte Community Radio in den Townships Südafrikas das wichtigste Medium. „Unterdessen aber“, sagt Frank Norden, Trainer der DW-AKADEMIE, „wächst der Wunsch, sich auch mit TV-Bildern auszutauschen.“ Anschübe von außen seien da, so Norden, sehr willkommen. Aus diesem Grund war er gerade gemeinsam mit seinen Kollegen, Projektmanager Jochen Walter und Patrick Benning, ebenfalls Trainer, für zwei Wochen in Kapstadt, um eine zwölfköpfige Gruppe von Fernsehjournalisten und Kameraleuten zu trainieren.
11.2009 DW-AKADEMIE Afrika Südafrika Lokal-TV 2

Die Teilnehmer“, so Patrick Benning, „brachten Vorerfahrungen mit – auch durch Mitarbeit beim Community Radio. Journalistisches Potenzial und technisches Knowhow waren also vorhanden“. Während des Workshops wurde vor allem Wert darauf gelegt, dass jeder alles macht – von der Themenfindung bis zur Postproduktion: Begonnen hat das Training mit einer technischen Einführung. „Inhaltlich“, berichtet Frank Norden, „ging es dann darum, geeignete Themen zu finden und zielgruppengerecht zu entwickeln“. 14 Vorschläge wurden diskutiert, „fünf davon haben wir gemeinsam umgesetzt.“ So ist ein Team der Frage nachgegangen, wie die Bewohner eines Townships die Fußballweltmeisterschaft 2010 unterstützen werden, ein anderes hat über ein Sozialprojekt berichtet, in dem sechsjährige Jungen und Mädchen bereits Tangotanzen lernen, und es wurde der derzeit in Südafrika heiß diskutierte Taxikrieg investigativ recherchiert.

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Neben dem eigentlichen Training, betont Benning, sei aber vor allem der Austausch über das eigene Selbstverständnis wichtig gewesen. „Nach wie vor befinden sich die Community-Medien in dem Dilemma, dass sie einerseits als Anwalt der Benachteiligten in den Townships tätig sein wollen, auf der anderen Seite müssen sie aber auch von ihrer Arbeit irgendwie leben.“ Die finanzielle Situation vieler Sender ist prekär: So musste Cape Town TV, eine der großen Community-Stationen, nach Ablauf einer einjährigen Lizenz in diesem Herbst den Sendebetrieb unterbrechen, weil das Geld fehlte, die genutzte Ausstrahlungstechnik zu bezahlen.