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Afrika

Südafrika betet für Mandela

Wird er es noch einmal schaffen? Voller Angst verfolgen die Menschen in Südafrika Berichte über den Gesundheitszustand ihres Freiheitshelden Nelson Mandela. Er vereint sie ein weiteres Mal - in ihrer Sorge um ihn.

Während Nelson Mandela seit Tagen auf der Intensivstation in einer Klinik in Pretoria behandelt wird, beten die Menschen im ganzen Land für ihn. Allmählich akzeptieren viele Südafrikaner aber auch, dass er vielleicht nicht mehr lange lebt.

Sandskulptur mit Mandelas Gesichtszügen (Foto: picture alliance)

Genesungswünsche aus aller Welt: Skulptur des Künstlers Sudarsan Pattnaik in Puri, Indien

Der 94-jährige frühere Präsident war am vergangenen Samstag (08.06.2013) ins Krankenhaus gebracht worden und soll seitdem in einer "ernsten, aber stabilen" Verfassung sein. Mandela kämpft mit einer Lungenentzündung - Spätfolge seiner Tuberkulose-Erkrankung, die er sich 1988 während seiner Haft im Pollsmoor-Gefängnis in Kapstadt zugezogen hatte. Seine Ehefrau Graça Machel wacht am Krankenbett. Auch seine Ex-Frau, Winnie Mandikizela-Mandela, mit der er bis 1996 verheiratet war, besuchte ihn Anfang der Woche zusammen mit der gemeinsamen Tochter Zindzi.

Das Unausweichliche akzeptieren

Nur ganz allmählich fangen die Südafrikaner an zu begreifen, dass ihr früherer Präsident, den sie als Held feiern und der wie kein anderer Synonym für Freiheit und Demokratie ist, bald nicht mehr am Leben sein könnte. In den Straßen von Johannesburg zollen die Menschen Mandela ihre Anerkennung als Held der Geschichte ihres Landes. "Für uns alle ist er ein Vorbild", sagt die 21-jährige Nomthandazo Ntini. "Wir lieben ihn, weil er für Freiheit steht - nicht nur für die der Schwarzen, sondern die aller Menschen. Für den Frieden, den er allen Menschen bringt, die Einheit und die Liebe." Ihre Gefühle teilt eine andere junge Frau, Lebogang Ngobeni, die wie viele schwarze Südafrikaner hofft und betet, dass Mandela sich doch noch erholen möge.

Für Sakhile Buthelezi, einen Mann Ende 20, gibt es keinen Zweifel daran, dass "Mandela der 'Held Nummer Eins' ist und die Säule unseres Landes". Buthelezi glaubt, dass Mandela auch künftigen Generationen ein Vorbild sein wird. Der Student Bongani Mpangose von der Witwatersrand Universität in Johannesburg meint gegenüber der DW: "Er ist eine Ikone, jeder schaut zu ihm auf. Er hat so viel Gutes getan." Und der Student fügt mit Blick auf Mandelas Gesundheitszustand hinzu: "Ich glaube, wir sollten es akzeptieren - auch wenn wir nicht wollen, dass er uns verlässt."

Nelson und Winnie Mandela nach seiner Haftentlassung 1990 (Foto: picture alliance)

Nelson und Winnie Mandela nach seiner Haftentlassung 1990

Ein "bedeutsames Erbe"

In Durban drückt eine weiße Einwohnerin ihre Bewunderung dafür aus, dass Mandela "so ein langes bedeutsames Leben hatte. Ich hoffe einfach, dass er wieder fit wird. Aber selbst wenn nicht - dann hat er wirklich ein wunderbar langes Leben gehabt." Eine andere weiße Bewohnerin hofft, dass die Menschen auf Mandelas "bedeutsamem Erbe aufbauen" werden.

In der Öffentlichkeit ist Mandela seit dem Endspiel der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika nicht mehr aufgetreten. Doch im April war ein gebrechlicher und offenbar verwirrter Mandela gemeinsam mit Präsident Jacob Zuma und Parteigrößen des regierenden ANC fotografiert worden. Daraufhin hagelte es Kritik von allen Seiten, dass der ANC Mandela für parteipolitische Zwecke missbrauche.

Sollte er sich noch einmal erholen, wird Mandela im Juli 95 Jahre alt. Gerade erst jährte sich ein denkwürdiges Ereignis: Vor 49 Jahren, am 11. Juni 1964, verurteilte ihn das Apartheid-Regime wegen Umsturzversuchs zu lebenslanger Haft.

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