1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Asien

Süd- und Nordkorea führen Gespräche über Industriepark

Die verfeindeten Nachbarn Süd- und Nordkorea sind offenbar gewillt, den im April geschlossenen Industriepark von Kaesong wiederzueröffnen. Entsprechende Gespräche laufen.

Die Delegierten aus Nord- und Südkorea trafen sich im Grenzort Panmunjom, um die Gespräche aufzunehmen. Das teilte das Wiedervereinigungsministerium in Seoul mit. Es geht um einen gemeinsam betriebenen Industriepark auf nordkoreanischem Territorium in der Grenzstadt Kaesong.

Das Regime in Pjöngjang hatte den für beide Länder wichtigen Industriekomplex im April geschlossen. Grund waren die zunehmenden Spannungen zwischen Nord- und Südkorea.

Es wird erwartet, dass der Süden bei den nun aufgenommenen Verhandlungen schriftliche Garantien von Pjöngjang fordert, um zu verhindern, dass Nordkorea Industriekomplex erneut ohne Zustimmung Südkoreas schließt.

Nordkoreanische Schneiderinnen bei der Arbeit (Foto: Chung Sung-Jun)

Nordkoreanische Schneiderinnen arbeiten für südkoreanische Firmen

Allmähliche Lockerung

Bereits am Mittwoch hatte Nordkorea eine Hotline zwischen beiden Staaten wieder in Betrieb genommen. Die Regierung in Pjöngjang erlaubte es außerdem südkoreanischen Geschäftsleuten den Industriepark zu betreten, um ihre Maschinen für die Regenzeit zu wappnen. Zuvor hatten zahlreiche südkoreanische Firmen gedroht, sich wegen der politischen Konflikte dauerhaft aus der Sonderwirtschaftszone zurückzuziehen.

Nordkoreanische Arbeit und südkoreanisches Kapital

Kaesong ist ein wichtiger Industriestandort, vor allem für das verarmte Nordkorea. Mehr als 120 südkoreanische Firmen, darunter zum Beispiel Schuh- und Uhrenhersteller, haben dort ihre Fabriken. Sie geben zehntausenden Nordkoreanern Arbeit, wenn auch meist niedrig bezahlte. Für das wirtschaftliche isolierte Nordkorea ist der Industriepark eine wichtige Einnahmequelle.

Der Industriekomplex wurde 2004 eröffnet. Zu einem Zeitpunkt als das Verhältnis zwischen dem kommunistischen Nordkorea und seinem demokratischen Nachbarn vergleichsweise gut war.

Spannungen nach Militärübungen

Im Frühjahr hatte sich der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zugespitzt. Auslöser waren Militärübungen, die Südkorea gemeinsam mit den USA nahe der nordkoreanischen Grenze durchgeführt hatte. Nordkorea hatte dies als Provokation empfunden und daraufhin ebenfalls die Muskeln spielen lassen und im Februar seinen dritten Atomtest durchgeführt. Die Regierung in Pjöngjang ließ als weitere Gegenmaßnahme den Industriepark in Kaesong schließen.

nem/as (dpa, afp, ap)