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Aktuell Asien

Säuberungsaktion in Nordkorea?

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un macht kurzen Prozess. Ranghohe Offiziere, die nach seiner Ansicht nicht angemessen um seinen Vater getrauert haben, sollen kurzerhand exekutiert worden sein.

Während der 100-tägigen Trauerzeit nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember 2011 war in Nordkorea alles verboten, was Spaß macht. Diese Vorschrift hat Kim Jong Un in der Folgezeit offenbar als Vorwand genutzt, um unliebsames Führungspersonal, besonders aus dem mächtigen Militär, loszuwerden. Pietät und Respekt vor dem Andenken des Vaters kommen als Motive für sein Handeln wohl kaum in Frage.

Die konservative südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" berichtet unter Berufung auf Insider aus dem kommunistischen Land, Kim Jong Un habe einen hochrangigen Offizier hinrichten lassen, weil dieser sich während der Trauerzeit für den früheren Diktator amüsiert habe. Der Vizeminister der Volksarmee, Kim Chol, sei im Januar vor ein Erschießungskommando geführt worden. Er sei beim Trinken erwischt worden, als die offizielle Trauerzeit für den im Dezember gestorbenen Vater und Vorgänger Kim Jong Uns noch nicht abgelaufen war.

Versuch die Macht zu festigen

Neben Kim Chol seien seit Jahresbeginn noch andere Funktionäre hingerichtet worden, schrieb "Chosun Ilbo" weiter. Es handele sich um eine Säuberungsaktion, die vermutlich noch andauere und durch die der noch nicht 30 Jahre alte Kim Jong Un seine Stellung in dem stalinistisch regierten Staat absichern wolle.

Die Säuberungsaktion habe seit Januar mindestens ein Dutzend Generäle getroffen, hieß es. Allen sei vorgeworfen worden, entweder getrunken zu haben oder in Sexskandale verwickelt gewesen zu sein. In Südkorea gibt es immer wieder Berichte über Exekutionen hoher Funktionäre im abgeschotteten Norden. Bestätigen lassen sie sich in der Regel nicht.

qu/GD (dpa)