Sänger und Komponist Udo Jürgens ist tot | Aktuell Kultur | DW | 21.12.2014
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Aktuell Kultur

Sänger und Komponist Udo Jürgens ist tot

Der Sänger und Komponist Udo Jürgens ist tot. Der Interpret von Liedern wie "Griechischer Wein" und "Es wird Nacht, Señorita" starb im Alter von 80 Jahren in der Schweiz.

Jürgens sei in Gottlieben im Kanton Thurgau während eines Spazierganges bewußtlos zusammengebrochen. Trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen sei er im Krankenhaus von Münsterlingen um 16.25 Uhr dann an Herzversagen gestorben, teilte das Management des Künstlers mit.

Geschockt und voller Trauer

Udo Jürgens Manager Freddy Burger, Pepe Lienhard und das ganze Tourneeteam seien "geschockt und in großer Trauer", hieß es in einer Mitteilung. Nach den Konzerterfolgen der aktuellen Tournee seien alle erschüttert und fassungslos über den unerwarteten und plötzlichen Tod ihres Freundes.

Der Sänger und Komponist besaß seit 2007 neben der österreichischen auch die schweizerische Staatsbürgerschaft. Jürgens gilt als einer der bedeutendsten Unterhaltungsmusiker im deutschen Sprachraum. Stilistisch sind seine Lieder zwischen Schlager, Chanson und Popmusik einzuordnen. Udo Jürgens war bis zuletzt auf Konzerttouren unterwegs und wurde von seinen Fans verehrt und gefeiert.

Seine Erfolge schmücken Rekordstatistiken: Jürgens komponierte in einer mehr als ein halbes Jahrhundert umspannenden Erfolgskarriere über 1000 Songs, von denen etliche Superhits wurden. Er spielte mehr als 50 Alben ein und verkaufte mehr als 100 Millionen Tonträger.

Seine Live-Auftritte mit Hits wie "Es wird Nacht, Señorita", "Aber bitte mit Sahne", "Griechischer Wein" oder "Immer wieder geht die Sonne auf" waren lange Zeit Kult. Bei Tourneen durch fast ganz Europa erlebten Millionen Udo Jürgens auf der Bühne - samt seiner legendären Zugaben im weißen Bademantel.

Schon früh wandelte er auf musikalischen Pfaden

Schon als Junge spielte der am 30. September 1934 in Klagenfurt geborene Sohn der großbürgerlichen deutsch-österreichischen Familie Bockelmann Mundharmonika und Akkordeon, bald auch Klavier. Doch beinahe wäre in der ungeliebten Hitlerjugend die Musikerkarriere des Udo Jürgen Bockelmann verhindert worden: Damals bekam das junge Talent eine so brutale Ohrfeige, dass dadurch seine Hörfähigkeit auf einer Seite vermindert wurde.

Krieg und Nachkriegszeit seien auch für ihn bedrückende Jahre gewesen, berichtete Jürgens 2004 in seinem Bestseller "Der Mann mit dem Fagott". Damals entstand wohl schon jenes "unstillbare Harmoniebedürfnis", zu dem Jürgens sich stets bekannte.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte den Sänger und Komponisten als "Ausnahmekünstler". "Udo Jürgens hat uns über Jahrzehnte mit seinen Liedern und Chansons tiefgründig und zugleich leicht unterhalten", erklärte Grütters. "Der Schlager bekam durch ihn eine neue Qualität."

haz/sti (dpa, afp)