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Welt

Säbelrasseln um Öltransporte am Golf

Die USA haben den Iran eindringlich vor einer Blockade der Straße von Hormus gewarnt. Die US Navy verwies auf ihre "robuste Präsenz" in der Region. Doch der Iran hält sich eine Sperrung der wichtigen Schiffsroute offen.

Iranische Marine im Golf von Oman (Foto: dpa)

Manöver im Golf von Oman: die iranische Marine

Die Vereinigten Staaten richteten unmissverständliche Worte an die Führung in Teheran: "Wir werden keine Störungen des Schiffverkehrs in der Straße von Hormus hinnehmen", erklärte das Pentagon in Washington. Und Leutnant Rebecca Rebarich, die Sprecherin der Fünften US-Flotte in Bahrain, betonte: "Jeder, der die Freiheit der Seefahrt in einer internationalen Meeresenge bedroht oder behindert, stellt sich klar außerhalb der Staatengemeinschaft. Solch eine Behinderung wird nicht toleriert." Die US-Marine unterhalte "eine robuste Präsenz in dem Gebiet, um destabilisierende Aktivitäten zu verhindern und ihnen entgegenzuwirken".

Unabsehbare Folgen

Durch die enge Wasserstraße zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman wird der Großteil der Ölexperte aus Nahost exportiert. Experten fürchten bei einer Blockade durch den Iran einen massiven Preisanstieg der Rohölpreise - mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft. Die Straße von Hormus fällt beim US-Militär in den Zuständigkeitsbereich der Fünften Flotte. Sie ist mit mehr als 20 Kriegsschiffen - darunter Flugzeugträger - und 16.000 Soldaten in der Region stationiert.

Mohammed Reza Rahimi (Foto: dpa)

Drohte dem Westen: Vizepräsident Rahimi

Auslöser der Aufregung ist die Drohung des iranischen Vizepräsidenten Mohammed Reza Rahimi, die Straße von Hormus zu sperren, falls der Westen im Konflikt um Teherans umstrittenes Atomprogramm weitere Sanktionen gegen den Iran verhängt. Dann werde "kein Tropfen Öl" mehr durch die Meerenge gelassen, hatte der erste Stellvertreter von Staatschef Mahmud Ahmadinedschad erklärt. Die Schließung des Golfs für Öltransporte sei kein Problem, meinte auch der Chef der iranischen Marine, Habibulah Sajari. Es sei "leichter, als ein Glas Wasser zu trinken". Zugleich relativierte er seine Aussage. Derzeit gebe es für eine Blockade keine Notwendigkeit, denn der Iran habe das Meeresgebiet unter Kontrolle. Die iranische Marine hält seit Samstag Manöver in dem Gebiet ab.

"Sanktionen qualitativer Natur"

Die deutsche Bundesregierung zeigte sich von Irans Drohung unbeirrt. "Es bleibt dabei, dass geplant ist, dass auf dem nächsten (EU-)Außenministerrat, der am 30. Januar stattfinden wird, wir uns dann auf zusätzliche Sanktionen qualitativer Natur gegenüber dem Iran einigen werden", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Die iranischen Äußerungen zeigten nur, dass der starke internationale Druck Wirkung zeige. Auch das US-Außenministerium bekräftigte seine Position: Komme der Iran seinen internationalen Verpflichtungen mit Blick auf sein Atomprogramm weiter nicht nach, drohten neue Sanktionen. Füge sich Teheran jedoch, könne eine engere Zusammenarbeit mit dem Westen folgen.

Persischer Golf mit Straße von Hormus und Golf von Oman (Foto: dpa)

An der engsten Stelle: Die Straße von Hormus

Der Iran hat in der Vergangenheit wiederholt damit gedroht, die Straße von Hormus zu sperren, dies aber nie in die Tat umgesetzt. Eine solche Blockade würde auch die Beziehungen Irans zu den Öl exportierenden Scheichtümern am Persischen Golf belasten.

Zivil oder militärisch?

Der Westen verdächtigt die iranische Regierung, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Israel und die USA haben deshalb auch Militärschläge gegen iranische Atomanlagen nicht ausgeschlossen. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hatte in ihrem jüngsten Bericht Hinweise auf ein solches militärisches Atomprogramm dokumentiert.

Autor: Christian Walz (dpa, rtr, afp, dapd)
Redaktion: Walter Lausch

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