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Wirtschaft

Säbelrasseln auf Russisch: Macht Gazprom ernst?

Der neuerliche Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine spitzt sich zu. Nach dem Abbruch von Verhandlungen hat der russische Gasmonopolist Gazprom der Ukraine erneut mit einem Stopp der Gaslieferungen gedroht.

Arbeiten an einer Gas-Pipeline

Russland hatte die Pipelines schon einmal zugedreht

Die Lieferungen könnten schon am Dienstagmorgen (12.02.2008) eingestellt werden, wenn man sich nicht auf einen Weg zur Beilegung offener Rechnungen einigen könne, zitierten russische Nachrichtenagenturen den Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow. Zuvor waren die Verhandlungen zwischen dem russischen Gasmonopolisten Gazprom und dem ukrainischen Energieversorger Naftogas am Freitag ergebnislos abgebrochen worden.

Gazprom fordert von der Ukraine bis Montag einen Vorschlag zur Begleichung von Schulden in Höhe von rund einer Milliarde Euro. Die Ukraine will wiederum von Russland mehr Geld für den Transit des russischen Erdgases nach Westen, nachdem Gazprom den Gaspreis in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt hatte.

Ukrainischer (Zweck-)Optimismus

Gazprom-Sprecher Kuprianow warf der Ukraine am Freitag vor, sie sei "überhaupt nicht zu einer Prüfung des Problems bereit". Das hätten die Gespräche mit dem Vize-Präsidenten des ukrainischen Gaskonzerns Naftogaz Ukraine, Igor Didenko, in Moskau gezeigt.

Dagegen hatte die ukrainische Seite hatte noch am Nachmittag mitgeteilt, alle vertraglichen Verpflichtungen seien erfüllt worden. Das Geld sei bereits an den Zwischenhändler RosUkrEnergo überwiesen worden, hieß es in Kiew. Es müsse geklärt werden, wo die Summe geblieben sei, sagte die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko. Die ukrainische Regierung kündigte an, am Montag weiter verhandeln zu wollen. Unterdessen verbreitete Vizeregierungschef Alexander Turtschinow Zuversicht: "Das Gas wird weiter strömen."

EU-Kunden erneut betroffen?

Auslöser des jüngsten Streits sind verringerte Lieferungen von relativ billigem Gas aus Zentralasien über Russland an die Ukraine. Russland sah sich deshalb in den vergangenen Monaten gezwungen, mehr vom eigenen Gas beizusteuern, wodurch sich der Gesamtpreis erhöhte. Zentralasien hatte die Lieferungen wegen einer ungewöhnlich starken Frostperiode in der Region reduziert.

Durch die Ukraine fließen auch bis zu 80 Prozent des russischen Erdgases für Kunden in der Europäischen Union. Nach Angaben der E.ON-Ruhrgas AG ist die Versorgung mit russischem Erdgas in Deutschland und Westeuropa gesichert. Doch bei einem Gasstreit zwischen beiden Ländern vor zwei Jahren war es auch bei den Endkunden in der EU vorübergehend zu Engpässen gekommen. (ag)

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