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Wirtschaft

Ryanair startet ab März in Frankfurt

Europas größter Billigflieger Ryanair greift die Lufthansa mit Flügen von Frankfurt aus an. Weil der Flughafenbetreiber mit Neukunden-Rabatt lockt, spricht die Konkurrenz von "unfairem Wettbewerb".

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Flughafen Frankfurt: Ryanair greift Lufthansa an

Ab Ende März wollen die Iren von Deutschlands größtem Airport Flüge zu den spanischen Zielen Mallorca, Alicante und Malaga sowie ins portugiesische Faro anbieten, wie Ryanair und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport am Mittwoch bekanntgaben. Bei den zunächst vorgesehenen zwei Maschinen mit vier Starts in Frankfurt pro Tag soll es aber nicht bleiben. "Wir hoffen, dass wir ab kommendem Winter einen deutlich größeren Flugplan anbieten können", sagte Kommunikationschef Kenny Jacobs. Anfänglich erwartet Ryanair in Frankfurt lediglich 400.000 Passagiere pro Jahr.

Die Iren profitierten dabei vom Neukunden-Rabatt des Betreibers Fraport, der Ryanair zudem einen 35-Minuten-Slot für die sogenannte Drehzeit zwischen Landung und Start zugesagt haben soll.

Abschreckung durch höhere Gebühren

Bislang meiden Ryanair ebenso wie viele andere Billigflieger den größten deutschen Flughafen. Als Grund hatten sie die im Vergleich zu anderen Airports deutlich höheren Gebühren sowie die lange Drehzeit für die Flugzeuge am Boden zwischen Landung und Start genannt.

Die Lufthansa könnte dem Beispiel von Billigflieger Ryanair folgen und ihre eigene Low-Budget-Tochter Eurowings ebenfalls vom Flughafen Frankfurt aus starten lassen. "Wenn wir Eurowings nach Frankfurt bringen müssen, dann werden wir das tun", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Er beobachte ein mögliches Ryanair-Engagement in Frankfurt mit großem Interesse.

Kritik vom Branchenverband

Kritik am Flughafenbetreiber äußerte Condor-Chef Ralf Teckentrup, der auch Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) ist. Der Markteintritt von Ryanair zeige, dass das beantragte "wettbewerbsverzerrende Subventionierungsmodell" der Fraport so keinesfalls genehmigt werden könne, weil es Ryanair einen 15- bis 20-prozentigen Preisvorteil auf Jahre gebe. "Das ist schlicht unfairer Wettbewerb zulasten deutscher Airlines", meinte Teckentrup.

Der Geschäftsführer des BDF, Michael Engel, ergänzte: "Es kann nicht sein, dass Wettbewerbern mit unzulässigen Vorzugsbedingungen der rote Teppich ausgerollt wird und diejenigen die Zeche für (Ryanair-Chef Michael) O'Leary zahlen sollen, die seit vielen Jahren mit hohen Entgelten den Infrastrukturausbau finanzieren."

ul/hb (dpa, rtr)

 

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