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Billigflieger

Ryanair: Rekordgewinn und sinkende Preise

Tiefere Ticketpreise, mehr Gewinn: Europas größter Billigflieger hat im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder zugelegt. Der harte Preiskampf zwischen den Airlines geht weiter - aber Ryanair verzichtet auf Langstrecken.

Unter dem Strich stieg der Gewinn von Ryanair um sechs Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, wie der irische Billigflieger am Dienstag mitteilte. Kunden hätten in diesem Zeitraum für ein Flugticket im Durchschnitt 13 Prozent weniger zahlen müssen. Ryanair ist die nach Passagierzahlen größte europäische Fluggesellschaft.

Der Preiskampf bei Tickets und das schwache britische Pfund gingen auch an Ryanair nicht spurlos vorüber. Wegen der fallenden Ticketpreis legte der Umsatz nur um zwei Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu - obwohl die Zahl der Fluggäste um 13 Prozent auf 120 Millionen stieg. Das Durchschnittsticket kostete im letzten Jahr 41 Euro.

Zulieferer statt Langstrecke

Auch für das bis März 2018 laufende Geschäftsjahr zielen die Iren auf ein Gewinnplus bei weiter sinkenden Flugpreisen. Allerdings werde sich der Preisrückgang auf fünf bis sieben Prozent verlangsamen. Nach jahrelang fallenden Preisen für Flugtickets hatten Konkurrenten zuletzt von Anzeichen für eine Stabilisierung der Tarife berichtet. Die Zahl der Passagiere von Ryanair soll auf 130 Millionen steigen.

Erfolgreich wurde Ryanair mit seiner sogenannten reinen Punkt-zu-Punkt-Strategie, also den direkten Flugverbindungen zwischen einzelnen Destinationen vor allem in Europa, ohne ein eigenes Netz aufzubauen. Davon hat sich die Airline inzwischen verabschiedet. Aber anders als andere Billigflieger setzt Ryanair für die Zukunft nicht auf eigene Langstrecken. Stattdessen wollen sich die Iren als Zulieferer anderer Airlines unverzichtbar machen.

Symbolbild Etihad steigt bei Alitalia ein (picture-alliance/dpa)

Übernahmekandidat Alitalia

Lauern auf Alitalia

Als erstes schloss Chef Michael O'Leary unlängst einen Deal mit der kleinen Air Europa ab, deren Überseeflüge ab Madrid nun auch für Ryanair-Kunden mit duchgechecktem Gepäck direkt buchbar sind. Auch mit Norwegian und Aer Lingus ist Ryanair in weit fortgeschrittenen Verhandlungen über Zulieferdienste. Zudem lauern die Iren offenbar darauf, in Italien die zwangsverwaltete Staats-Airline Alitalia zu beerben. Ausgerechnet an deren historischem Drehkreuz Rom-Fiumicino erproben sie erstmals eigene Umsteige-Relationen.

Ryanair könne bis zu 30 Flugzeuge in Italien abstellen, sollte Alitalia Strecken nicht mehr bedienen können, sagte Konzernchef Michael O'Leary vergangene Woche vor der Presse in Brüssel. Übernehmen wolle er den zum Verkauf stehenden Rivalen aber nicht. Die Regierung in Rom hatte unlängst den Startschuss für einen Bieterprozess für Alitalia gegeben. Interessenten können die gesamte Airline oder Teile davon erwerben und Vorschläge für eine Restrukturierung machen. Alitalia ist nah an der Pleite. Eine Verstaatlichung hat die Regierung ausgeschlossen.

ar/wen (rtr, dpa)

 

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