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Wirtschaft

RWE sieht noch kein Licht

RWE-Chef Terium muss eingestehen, dass die Talsohle noch längst nicht durchschritten ist. Während er die Aktionäre um Geduld bittet, kritisiert er die Klimaschutzpläne der Bundesregierung.

RWE -Chef Peter Terium macht den Aktionären keine Hoffnung auf eine rasche Rückkehr zu den alten Glanzzeiten. "Die Krise ist bei weitem noch nicht ausgestanden. Die Zeiten werden sogar noch rauer werden", sagte der 51-Jährige am Donnerstag auf der Hauptversammlung seines Konzerns in Essen. Er wolle den größten Stromerzeuger Deutschlands weiter umbauen, doch "dafür braucht es Zeit".

Mittelfristig werde RWE aber wieder auf einen Wachstumskurs zurückkehren. Der Versorger wolle sich neben der Stromerzeugung auf Erneuerbare Energien, das Netzgeschäft und Vertrieb konzentrieren und sein Geschäft auch außerhalb Europas ausbauen. Terium will sich auf das Geschäft mit Energiedienstleistungen konzentrieren und setzt neben den Kraftwerken auch auf die Einnahmen aus den Strom- und Gasnetzen.

RWE machen wie E.ON und zahlreichen Stadtwerken die gefallenen Großhandelspreise für Strom zu schaffen. Durch den Ausbau des Ökostroms und die Überkapazitäten bei den Kraftwerken sind die Preise auf den tiefsten Stand seit Jahren gepurzelt. Anders als E.ON strebt RWE aber keine Aufspaltung in einen Ökostromkonzern und einen für Atom- und Kohlekraftwerke an. Kategorisch ausschließen wollte Peter Terium diese Möglilchkeit jedoch nicht. "Sollten sich die Marktbedingungen weiter verschlechtern, behalten wir uns eine Aufspaltung vor", sagte er und fügte hinzu: "Derzeit sehen wir aber keine Notwendigkeit dazu."

Trübe Aussichten

RWE hatte 2013 nach hohen Abschreibungen auf seine Kraftwerke einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro eingefahren, konnte im vergangenen Jahr aber mit einem Plus von 1,7 Milliarden Euro in die Gewinnzone zurückkehren. Das Betriebsergebnis lag bei vier Milliarden Euro. Terium bekräftigte die Prognose für 2015, wonach das Betriebsergebnis wegen der fallenden Strom-Großhandelspreise weiter auf bis zu 3,6 Milliarden Euro schrumpfen könnte. Zur Dividende für 2015 will sich RWE im Jahresverlauf äußern. Für 2014 gab es eine stabile Ausschüttung von einem Euro je Aktie.

"Ungeordneter, überhasteter Ausstieg "

Vor den Aktionären kritisierte Peter Terium die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zur Einführung einer Klimaschutzabgabe für alte Kohlekraftwerke scharf. Eine derartige Abgabe würde "das sofortige Aus für einen Großteil der Braunkohletagebaue und Braunkohlekraftwerke bedeuten", so der RWE-Boss.

Die Pläne würden kurzfristig einen ungeordneten, überhasteten Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung einleiten und den Verlust einer sicheren, kostengünstigen und subventionsfreien Energiequelle in Deutschland bedeuten, warnte er. Zudem gefährdeten sie Zehntausende Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt mit der Braunkohlewirtschaft verbunden seien.

Das Auslandsgeschäft wird immer wichtiger

Aus dem Emirat Dubai hat RWE derweil den Auftrag für die Entwicklung einer integrierten Energiestrategie für das Emirat Dubai erhalten. Die Tochter RWE Middle East habe sich in einem "sehr intensiven Auswahlprozess gegen alle einschlägigen namhaften Beratungsunternehmen durchgesetzt", berichtete der Konzern auf der Hauptversammlung. Die Beratung durch das RWE-Team umfasse alle strategisch relevanten Energiefragen - vom optimalen Energiemix bis hin zu Themen wie Energieeffizienz undEnergieinnovationen.

Peter Terium betonte, das Unternehmen wolle auf der arabischen Halbinsel und in Nordafrika verstärkt aktiv sein und biete umfassende Beratungsdienstleistungen an. RWE Middle East ist ein Joint Venture zwischen der Dubai Electricity and Water Authority, der RWE Technology GmbH und der RWE Consulting GmbH.

dk/zdh (dpa/rtr)