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Wirtschaft

RWE setzt weiter auf Kohlekraftwerke

Der Stromkonzern RWE hat zwei neue Kraftwerksblöcke aus Braunkohle in Betrieb genommen. Sie sollen pro Jahr bis zu 6 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. Umweltschützer kritisieren den Neubau.

Rauch steigt aus den Kühltürmen des neuen Kraftwerks von RWE in Grevenbroich-Neurath (Foto: dpa)

RWE nimmt neue Braunkohleblöcke in Betrieb

Begleitet von Protesten von Umweltschützern hat der Energiekonzern RWE am Mittwoch (15.08.2012) im nordrhein-westfälischen Grevenbroich-Neurath ein riesiges Braunkohlekraftwerk eingeweiht. In rund sechs Jahren zog der Versorger zwei Blöcke mit einer Leistung von 2200 Megawatt hoch. Dies entspricht fast der Leistung des Atomkraftwerks Biblis, das der Konzern 2011 im Zuge des beschleunigten Atomausstiegs stilllegen musste. RWE hat 2,6 Milliarden Euro in die Anlage investiert, die etwa 3,4 Millionen Haushalte mit Strom versorgen kann.

Umweltschützer kritisieren den Bau als klimaschädlich, da bei der Verbrennung von Braunkohle besonders viel Kohlendioxid ausgestoßen wird. Einige Dutzend Demonstranten protestierten vor dem Werksgelände mit Transparenten wie "Klimaschutz statt Braunkohle" oder "Braunkohle killt das Klima". RWE verweist hingegen darauf, dass das neue Kraftwerk einen deutlich höheren Wirkungsgrad als die alten Anlagen habe, die es ersetze. Im Vergleich zu diesen sparten die neuen Blöcke bei gleicher Stromerzeugung jährlich rund sechs Millionen Tonnen Kohlendioxid ein. "Die Energiewende braucht neue Kapazitäten. Zum einen bei den erneuerbaren Energien. Zum anderen aber auch noch lange Zeit bei den konventionellen Energieträgern", sagte RWE-Chef Peter Terium. Moderne Kohle- und Gaskraftwerke seien unverzichtbar. Sie könnten einen herausragenden Beitrag zur Energiewende leisten, pflichtete ihm Bundesumweltminister Peter Altmaier bei.

Umstrittenes Unterfangen

Der Bau von Kohlekraftwerken ist seit Jahren heftig umstritten. Eine ganze Reihe von geplanten Projekten ist nach Protesten von Anwohnern zu den Akten gelegt worden. RWE hatte etwa 2007 seine Planungen zum Bau eines großen Kohlekraftwerks im saarländischen Ensdorf aufgegeben. Der Konkurrent E.ON muss bis heute um seine Anlage in Datteln bangen, wo nach einem Gerichtsbeschluss weite Teile der Bauarbeiten ruhen. Dem Konzern droht eine Investitionsruine, denn er hat dort bereits rund eine Milliarde Euro investiert.

Die Planungen in Neurath hatten bereits begonnen, als die Energiewende kaum ein Thema war und die Politik sich vor allem um die Versorgungssicherheit sorgte. RWE kann in Neurath auf die heimische Braunkohle zurückgreifen, die der Konzern im Rheinischen Revier fördert. In der Region betreibt RWE bereits eine Reihe weiterer Kohlekraftwerke.