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Rutsch

Ganz vorsichtig! Bloß keine abrupten Bewegungen auf Glatteis! Das würde unweigerlich zu einem Ausrutscher führen. Und der kann nicht nur schmerzhaft sondern auch peinlich sein. Dennoch: Guten Rutsch ins Neue Jahr!

Wetterbedingte Verkehrsbehinderungen haben unterschiedliche Namen. Im Winter hört man in den Verkehrsnachrichten der Radiostationen immer wieder dieselben Formulierungen. Da ist von winterlichen Straßenverhältnissen die Rede, oder davon, dass verbreitet Glatteis herrscht. Besonders gefürchtet ist der Eisregen oder das Blitzeis – auf dem gefrorenen Boden gefrieren die Regentropfen innerhalb von Sekunden.

Eisige Kälte

Da heißt es besonders aufpassen, denn auf spiegelglatter Fahrbahn gibt es im wahrsten Sinn des Wortes kein Halten mehr. Man kommt ordentlich ins Rutschen. Die Straße ist so glatt wie ein blankpolierter Spiegel. Auch auf einer festgefahrenen Schneedecke kann man prima ins Rutschen kommen.

Ins Rutschen kommen: Sie merken schon, es gibt keinen Rutsch ohne rutschen. Beide Wörter gehören eng zusammen – das Verb wie das Substantiv. Das Substantiv wird zu den Nomina actionis gezählt wird, zu jenen Hauptwörtern also, die einen Vorgang, eine Aktion beschreiben.

Die reinste Rutschpartie

In der Tat steht Rutsch oder auch das nominalisierte Verb Das Rutschen für einen Vorgang. Im Lexikon wird er definiert, als "sich unter Überwindung einer größeren Reibung gleitend über eine Fläche hinbewegen". Wie alle Definitionen fasst auch diese nicht alles in einer Formel zusammen.

Was rutschen heißt oder heißen kann, verdeutlichen wir mit einigen Beispielen. Bevor wir es vergessen: Was es mit dem Spruch am Jahresende auf sich hat, bei dem sich jeder "Einen guten Rutsch ins Neue Jahr" wünscht – das kommt erst am Schluss. Also nicht ungeduldig auf dem Stuhl hin- und herrutschen, es dauert ja nicht mehr lange.

Ausgerutscht und flachgelegt

Wer schon einmal auf ungestreutem Gehweg ausgerutscht und der Länge nach hingefallen ist, bewegt sich beim nächsten Mal auf Glatteis vorsichtig. Der gesamte Körper landet dann nämlich ziemlich unsanft auf dem Boden. Nicht nur der Körper: Vieles kann ins Rutschen kommen. Erde, Geröll …

Rutschen zum Spaß und Transport

Ungebrochener Beliebtheit bei klein und groß erfreuen sich die Rutschen, auf denen man ins Wasser rutschen kann. Viele so genannte Badelandschaften werben mit ihren Riesenrutschen, aber auch kein Kinderspielplatz ohne Rutschbahn, ja selbst in den Kinderzimmern gibt es Minirutschen vom Hochbett herunter; und die ganz Kleinen rutschen ohne Rutsche einfach auf dem Fußboden. Aber nur, weil sie noch nicht laufen können.

Es gibt aber noch eine andere Rutsche, nämlich die, die man als Transportmittel benutzt. Im Bergbau werden Kohlen auf Rutschen transportiert, teils auf steilen Muldenrutschen oder flachen Schüttelrutschen. Im Versand großer Betriebe und bei der Post kommen heute noch Rutschen zum Einsatz.

Ursprung der Rutsche

Das Wort Rutsche entstammt übrigens dem mittelhochdeutschen rütsche und rusche, was so viel wie jäher Abhang oder Felssturz bedeutete. Möglicherweise hat das französische roche für Fels diese Bildung beeinflusst.

Rutschen haben wir gesagt, hat mit Bewegung zu tun. Ob das der Winterspaziergang ist, der zur unfreiwilligen Rutschpartie auf dem abschüssigen und vereisten Waldweg gerät, oder das Rutschen mit Anlauf auf dem zugefrorenen See im Stadtpark.

Einfach rausgerutscht …

Mitunter bewegt sich allerdings etwas, es rutscht, ohne dass wir es bemerken. Oder es verrutscht. Oder rutscht heraus. Versehentlich. Jedem ist das schon passiert. Die Bemerkung, die man besser nicht gemacht hätte. Einfach so rausgerutscht.

Da ist die Krawatte oder das Bikini-Oberteil verrutscht, die Socken sind runtergerutscht, das Hemd droht aus der Hose zu rutschen – alles noch nicht unbedingt schlimm, aber es sieht nicht gerade gut aus und ist manchmal schon ein bisschen peinlich. In diesem Fall kann man sich jedoch denken: Rutscht mir den Buckel runter! Es ist mir egal, was ihr denkt.

In einem Rutsch

Und in einem Rutsch – also ohne Unterbrechung – sind wir schon durch mit der Erklärung zum Rutsch. Ja, bis auf die Beantwortung der Frage, was es mit dem Spruch des guten Rutsches ins Neue Jahr auf sich hat. Dieser Rutsch hatte ursprünglich wohl weniger mit der Bewegung zu tun. Das Wort ist wahrscheinlich aus dem Rotwelschen abgeleitet, einer Art Geheimsprache, die früher von Handwerkern und fahrendem Volk benutzt wurde. Dort bedeutet rosch Anfang, Beginn, aber auch Kopf. Also: Beginnen Sie das neue Jahr, möglichst ohne auf Glatteis auszurutschen – und ohne Blessuren.

Fragen zum Text

Nomina actionis sind …

1. Verben, die eine Bewegung beschreiben.

2. Adjektive, die einen Zustand beschreiben.

3. Hauptwörter, die einen Vorgang beschreiben.

Wenn man etwas sagt, was man nicht sagen wollte, dann rutscht es …

1. ab.

2. heraus.

3. aus.

Zum Jahresende wünschen sich die Menschen in Deutschland …

1. einen guten Rutsch.

2. einen schönen Übergang.

3. einen frohen Wechsel.

Arbeitsauftrag

Das Rauchen beenden, netter zu seiner Familie sein oder fünf Kilo abnehmen – gute Vorsätze für das neue Jahr gibt es viele, doch nur die wenigsten werden eingehalten. Schreiben Sie Ihre guten Vorsätze auf und stecken Sie sie in einen Briefumschlag. Geben Sie den Umschlag einem Klassenkameraden, der ihn für Sie aufbewahrt. Wenn Sie sich die Briefe zum nächsten Jahreswechsel gegenseitig wiedergeben, können Sie feststellen, ob es vielleicht dieses Mal geklappt hat mit den guten Vorsätzen.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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