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Sport

Russlands Anti-Doping-Agentur suspendiert

Russland bekommt die Konsequenzen der ARD-Dopingenthüllungen hart zu spüren. Kenia jedoch wird von der WADA vorerst verschont. Andere nationale Anti-Doping-Agenturen stehen ebenfalls am Pranger. Mit welchen Folgen?

Nach dem

weltweit aufsehenerregenden Doping-Skandal in der russischen Leichtathletik

hat die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA wegen Verstößen gegen den Anti-Doping-Code suspendiert. Das gab das Compliance Komitee der WADA bei seiner Sitzung im Rahmen des Board Meetings in Colorado Springs in den USA bekannt. Die Entscheidung sei "einstimmig" gefallen, sagte WADA-Vertreter Rene Bouchard.

Damit darf Russland für die Dauer der unbefristeten Suspendierung keine internationalen Sport-Großereignisse veranstalten. Russland ist Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 2018, ein Jahr zuvor soll bereits die WM-Generalprobe Confed-Cup im größten Land der Erde stattfinden. Die RUSADA wird erst dann wieder in die WADA aufgenommen, wenn sie alle Vorgaben und Forderungen nach einem sauberen Sport erfüllt hat.

RUSADA gründet Ad-Hoc-Gremium

Bouchard sagte allerdings auch, dass die RUSADA bereits "völlige Offenheit und Willen zur Zusammenarbeit mit der WADA" signalisiert habe. So gab das Nationale Olympische Komitee Russlands noch vor der Urteilsverkündung die Gründung eines Ad-Hoc Gremiums bekannt. Der Ausschuss, dem Vertreter des Sportministeriums und verschiedener Sportverbände sowie Juristen angehören, soll dem Leichtathletik-Verband bei der Selbstreinigung zur Seite stehen und wirkungsvolle Maßnahmen im Kampf gegen Doping entwickeln. Vor zehn Tagen hatte die WADA bereits das russische Kontrolllabor in Moskau vorläufig suspendiert.

Glimpflich davon gekommen ist bei der WADA-Sitzung dagegen das in

Verruf stehende Kenia

, das lediglich dazu aufgefordert wurde, sich zu seinen Dopingüberprüfungsfahren zu erklären. Neben Russland wurden auch die nationalen Anti-Doping-Agenturen von Andorra, Israel, Argentinien, Bolivien und der Ukraine als non-compliant eingestuft und aus der WADA ausgeschlossen. Belgien, Olympia-Gastgeber Brasilien, EM-Ausrichter Frankreich, Griechenland, Mexiko und Spanien stehen auf der Beobachtungsliste.

Was ist mit Rio?

Bereits vor dem Urteil hatte der zweimalige Hürden-Olympiasieger Ed Moses aus den USA nicht nur den Ausschluss der russischen Leichtathleten von den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio gefordert, sondern sich auch für weitreichende Untersuchungen im gesamten russischen Sport ausgesprochen. "Genug ist genug, das ist die einzig wirksame Sanktion", sagte das Mitglied des WADA Foundation Board: "Wir brauchen die laute und klare Aussage, dass die russischen Athleten definitiv nicht nach Rio dürfen."

Darüber hinaus sprach sich Moses für "Untersuchungen auch in anderen Sportarten in Russland" aus. Schließlich würden die zu Tage geförderten Erkenntnisse der unabhängigen WADA-Kommission nahelegen, dass Dopingmissbrauch auch in anderen Disziplinen in Russland gang und gäbe sei. Sportler auf der ganzen Welt seien "in dieser Angelegenheit sehr besorgt", führte der 60-Jährige aus: "Sie wollen, dass das Richtige getan wird.

Niggli neuer Generaldirektor

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte am vergangenen Freitag auf Beschluss des 27-köpfigen Councils den russischen Verband ARAF vorläufig suspendiert. Russlands Leichtathleten dürfen damit bis auf Weiteres nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen, zudem droht ihnen das Aus für die Spiele in Rio. Um wieder zugelassen zu werden, müssen die Russen weitreichende Reformen durchsetzen und eine Liste von Kriterien erfüllen.

In einem der ersten Tagesordnungspunkte wurde der Schweizer Olivier Niggli als neuer
WADA-Generaldirektor bestätigt. Der 45-Jährige übernimmt im kommenden Juni das Amt vom Neuseeländer David Howman, der seine Tätigkeit nach 13 Jahren beendet.

sw/djo (dpa, sid)

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