1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fokus Osteuropa

Russland zeigt Stärke mit neuem Tarnkappenjet

Der Kampfjet Suchoi T-50 soll bald in den Dienst der russischen Luftstreitkräfte gestellt werden und dazu ein Exportschlager werden. Moskau hat dabei vor allem Rüstungsmärkte in Asien und Lateinamerika im Blick.

Kampfjet Suchoi T-50 (Foto: dpa)

Kampfjet Suchoi T-50

In Anwesenheit von Regierungschef Wladimir Putin hat Russland erstmals seinen Tarnkappen-Kampfjet PAK FA T-50 der Öffentlichkeit präsentiert. Zwei Modelle des Jagdflugzeugs der fünften Generation absolvierten am Mittwoch (17.08.2011) nach Angaben des Flugzeugbauers Suchoi problemlos einen etwa sechsminütigen Demonstrationsflug auf Russlands größter Luft- und Raumfahrtmesse MAKS in Schukowski bei Moskau.

Wladimir Putin in Schukowski bei Moskau (Foto: dpa)

Wladimir Putin will Luft- und Raumfahrt unterstützen

Das vom Radar kaum zu ortende Kampfflugzeug gilt als Antwort auf den amerikanischen Stealth-Jäger F-22. Beobachter sind überzeugt, Russland wolle mit der Vorführung des hochmodernen Tarnkappenfliegers den Vorsprung westlicher Konkurrenz auf diesem Technologiefeld aufholen. Regierungschef Putin versicherte auf der Messe, die russische Luft- und Raumfahrt weiter kräftig zu unterstützen. "Für uns ist das absolut eine strategische Priorität", betonte er.

Potentieller Markt vorhanden

"Dass der T-50-Jet von strategischer Bedeutung ist, zeigt allein schon die Tatsache, dass das Flugzeug als Antwort auf die amerikanische F-22 konzipiert wurde, einen Kampfjet der fünften Generation", sagte der Leiter des russischen "Zentrums für Analyse von Strategien und Technologien" (AST), Ruslan Puchow. Die USA seien heute das einzige Land, in dem Jets der fünften Generation in Serie produziert würden. "Darüber hinaus bauen die Amerikaner neben der schweren F-22 auch die leichte F-35", sagte der Experte der Deutschen Welle.

Puchow zufolge behauptet China, auch Jets der fünften Generation zu bauen. Eine Serienproduktion gebe es aber nicht. Auch in Europa würden keine Jets der fünften Generation gefertigt, und damit sei auch in naher Zukunft nicht zu rechnen. Somit sei der potentielle Markt für den russischen Tarnkappenflieger recht groß.

Im Moment baut Russland den T-50-Jet mit einem Sitz. Für Indien soll ein Modell mit zwei Sitzen produziert werden. Das Flugzeug ist eine gemeinsame russisch-indische Entwicklung. Indien soll Interesse an 200 Maschinen haben. "Ich vermute, dass nach Indien Vietnam der nächste Kunde sein wird", so Puchow. Die europäischen Länder bevorzugen dem Experten zufolge amerikanische Flugzeuge. Im Vergleich zu den amerikanischen würden die russischen aber deutlich günstiger sein. "Eine F-22 kostet mehr als 100 Millionen Dollar, ein russisches Flugzeug wird den Käufer 30 bis 40 Prozent weniger kosten", erläuterte Pluchow.

"Russland hinkt Amerika hinterher"

Eine amerikanische F-22 (Foto: AP)

Eine amerikanische F-22

Anatolij Zyganok, Leiter des russischen "Zentrums für militärische Prognose" glaubt, dass der neue russische Jet in Zukunft nach China, Lateinamerika und vielleicht auch in den Nahen Osten exportiert werden könnte. Aber solange die Testphase des Flugzeugs nicht abgeschlossen und keine Serienproduktion aufgebaut sei, könne von Lieferverträgen keine Rede sein. "Wie lange das noch dauern kann, hängt weitgehend von der Finanzierung des Projekts ab", sagte Zyganok der Deutschen Welle. "Wir versuchen Amerika einzuholen, aber wir hinken zehn bis 12 Jahre hinterher", gibt der Experte zu.

Nach Einschätzung von Experten kann der russische T-50-Jet frühestens im Jahr 2020 in Serienproduktion gehen. Das Verteidigungsministerium in Moskau zeigt sich natürlich zuversichtlicher. Der Befehlshaber der russischen Luftstreitkräfte, Aleksandr Selin, erklärte vor kurzem, er hoffe, bereits 2014/2015 die ersten T-50-Jets aus Serienproduktion in Dienst stellen zu können.

Autorin: Jewlalia Samedowa / Markian Ostaptschuk
Redaktion: Bernd Johann