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Aktuell Europa

Russland will zweiten Hilfskonvoi in die Ostukraine schicken

Die russische Regierung will laut Außenminister Lawrow trotz massiver internationaler Kritik einen weiteren Hilfskonvoi in die Ostukraine schicken. Die Kämpfe dort gingen unvermindert weiter.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow teilte am Montag in Moskau mit, man habe die Regierung in Kiew bereits über das Vorhaben informiert. Demnach soll ein zweiter Konvoi mit Hilfsgütern auf derselben Route von Russland in den Osten der Ukraine fahren wie die Lastwagen in der vorigen Woche. Der Verband aus 280 Lastwagen war am Freitag ohne Genehmigung der ukrainischen Behörden und ohne die eigentlich vorgesehene Beteiligung des Internationalen Roten Kreuzes über die russisch-ukrainische Grenze und weiter in die Separatistenhochburg Donezk gefahren und dort entladen worden.

"Die humanitäre Situation verschlechtert sich immer mehr", sagte Lawrow auf einer Pressekonferenz. Er hoffe, dass dieses Thema auch bei dem für Dienstag geplanten Treffen der Präsidenten beider Länder, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, zur Sprache kommen werde. Das Ziel sei es, den Ukrainern dabei zu helfen, untereinander zu einer Einigung zu finden, so Lawrow.

Zwischenfall an der Grenze

Nach ukrainischen Angaben sind an der Grenze zu Russland am Montag neue Kämpfe ausgebrochen. Nahe der Stadt Mariupol seien rund 50 gepanzerte russische Fahrzeuge auf das Territorium der Ukraine vorgedrungen, sagte Armeesprecher Leonid Matjukin der Nachrichtenagentur AFP. "Der Konvoi wurde von den Grenzposten gestoppt, aber die Gefechte gehen weiter", ergänzte er. Nähere Details gab er nicht bekannt.

Die Industriestadt Mariupol am Asowschen Meer, einem Teil des Schwarzen Meers, liegt rund 50 Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt. In Mariupol ist eine der größten Metallfabriken der Ostukraine angesiedelt. Obwohl die Bevölkerung bei dem Referendum im Mai für einen Anschluss an Russland gestimmt hat, war die Stadt monatelang unter der Kontrolle der ukrainischen Regierungstruppen. Zurzeit ist sie außerdem Sitz der proukrainischen Regionalregierung, die nach der Machtübernahme der Separatisten aus dem 100 Kilometer entfernten Donezk geflohen war.

Pro Russischer Rebell Flagge Ukraine Donetsk

Prorussische Separatisten halten die Stadt Donezk besetzt

Französische Söldner im Anmarsch

Der Präsident der selbsternannten Moskau-freundlichen "Volksrepublik Donezk", Alexander Sachartschenko, hat angekündigt, französische "Militärexperten" seien auf dem Weg in die Krisenregion. Sie sollten die Truppen der Separatisten in ihrem Kampf gegen die Regierungstruppen verstärken. "Morgen werden wir Offiziere aus Frankreich empfangen. Sie sind Spezialisten und bereit, mit uns zu kämpfen", sagte Sachartschenko am Sonntag in Donezk.

Ostukraine Krise Alexander Sachartschenko Archiv 07.08.2014

Sachartschenko: "Französische Militärexperten werden mit uns kämpfen"

Er gab jedoch keine Einzelheiten darüber bekannt, wer diese französischen Spezialisten sind und wie viele von ihnen erwartet werden. Sachartschenko ergänzte, es gebe bereits "Serben und Schweizer" in den Reihen der Separatisten, die für "europäische und sozialistische Ideale" kämpften.

Seinen Angaben zufolge sind in den vergangenen Tagen bei Gefechten rund um Donezk Hunderte ukrainische Soldaten gefallen oder wurden verletzt. Allerdings gibt es für diese Aussagen keine unabhängige Bestätigung.

mak/ml (afpe, dpa)

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