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Fokus Osteuropa

Russland will Terrorbekämpfung verbessern

Politiker und Experten in Russland begrüßen die Tötung von Osama bin Laden. Die Terrorgefahr sei damit jedoch nicht beseitigt. Die internationale Zusammenarbeit müsse vertieft werden.

Der Kreml in Moskau (Foto: DW)

Zustimmung aus dem Kreml in Moskau

Russland hat nach dem Tod von Osama bin Laden den Willen zur internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror bekräftigt. Der internationale Terrorismus und insbesondere die Terrororganisation Al-Kaida haben in den vergangenen Jahren immer wieder Leid auch über Russland gebracht. "Nur der gemeinsame Kampf gegen den internationalen Terrorismus kann Erfolg bringen. Russland ist zu einer solchen Zusammenarbeit bereit", hieß es in einer Erklärung des Kremls.

"Gute Nachricht für Russland"

Der Vorsitzende des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses im Föderationsrat, Wiktor Oserow, glaubt, die Tötung bin Ladens werde sich positiv auch auf die Bekämpfung der terroristischen Bedrohung in Russland auswirken. "Ich denke, dass dies nicht nur ein Erfolg der US-Geheimdienste ist. Es ist ein großer Verdienst all derer, die ihre Bemühungen zur Terrorismusbekämpfung bündeln. Man kann nur hoffen, dass mit Osama bin Ladens Tod das Terrornetzwerk geschwächt wird", so der Senator. Er betonte, Al-Kaida sei auch in der Russischen Föderation bei der Vorbereitung von Terroranschlägen aktiv gewesen.

Portrait von Konstantin Kossatschow (Foto: DW)

Kossatschow sieht Fortschritt in der Terrorbekämpfung

Der Leiter des Ausschusses für internationale Angelegenheiten der russischen Staatsduma, Konstantin Kossatschow, begrüßte ebenfalls die Tötung bin Ladens. "Dies ist ein bedeutender Fortschritt der internationalen Gemeinschaft beim Kampf gegen den weltweiten Terrorismus", sagte er der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Allerdings müsse nun mit einer gewissen Verstärkung terroristischer Aktivitäten als Rache für Osama bin Ladens Tod gerechnet werden.

Mitleid mit bin Laden werde in Russland kaum jemand haben, meint der Leiter der russischen Stiftung Polityka, Wjatscheslaw Nikonow. Er erinnerte daran, dass die von Osama bin Laden angeführte Terrororganisation Al-Kaida eigens zum Kampf gegen die Sowjetunion in Afghanistan geschaffen wurde. Später sei Al-Kaida aktiv am Aufbau des terroristischen Untergrunds im russischen Nordkaukasus beteiligt gewesen. Daher, so der Politologe, sei die Tötung von Osama bin Laden für Russlands Nordkaukasus eine gute Nachricht. "Es ist bekannt, dass die Selbstmordattentäter keine tschetschenische Tradition sind, sondern auf die Wahhabiten, die Taliban und Al-Kaida zurückgehen", sagte Nikonow.

Terrorbekämpfung weiter verbessern

Logo der Menschenrechtsorganisation Memorial

Memorial sieht weiterhin Handlungsbedarf

Der Nordkaukasus-Experte der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial", Aleksandr Tscherkassow, sagte der Deutschen Welle, die Terrorbekämpfung müsse auch nach bin Ladens Tod weiter verbessert werden. "Der heutige terroristische Untergrund ist nicht hierarchisch aufgebaut, sondern es ist ein Netzwerk", sagte er. Es sei mit dem Internet vergleichbar. Wenn ein Server abstürze, dann sei nicht gleich das ganze Netz lahmgelegt, so Tscherkassow. Für die Terrorismusbekämpfung in Tschetschenien sei der Tod Osama bin Ladens durchaus wichtig, betonte der Menschenrechtler. Überschätzen sollte man die Bedeutung aber nicht.

Autor: Jegor Winogradow / Markian Ostaptschuk (mit dpa)
Redaktion: Bernd Johann

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