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Fokus Osteuropa

Russland weist lettische Journalisten aus

Am Montag (9.5.) mussten zwei Vertreter des lettischen Fernsehens das russische Gebiet Pskow verlassen. Ihre Filmaufnahmen wurden von der russischen Miliz gelöscht. Das lettische Außenministerium protestiert.

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Unerwünschte Aufnahmen?

Der Journalist des lettischen Fernsehens Ivo Kirsblats und der Kameramann Maris Jirgensons wurden in Russland während Filmaufnahmen festgehalten. Das geschah nahe der russisch-lettischen Grenze am Bahnhof von Pytalowo im Gebiet Pskow. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Bezirk Abrene, der bis 1946 zum Territorium Lettlands gehörte.

Akkreditierung in Frage gestellt

Die Journalisten hielten sich dort auf, um zu berichten, wie im Gebiet Pskow der "Tag des Sieges" begangen wird. Was weiter geschah, berichtet Ivo Kirsblats selbst: "Die Rechtsschutzorgane, die Miliz, der Föderale Sicherheitsdienst waren vor Ort. Es scheint, als wäre das alles geplant gewesen. Das, was wir gefilmt hatten, wurde gelöscht. Man forderte uns auf, bis 18 Uhr die Russische Föderation zu verlassen. Man sagte uns, wir hätten für die Filmaufnahmen keine Genehmigung. Wir hatten aber eine spezielle Akkreditierung aus Moskau und eine Genehmigung für Filmaufnahmen bekommen. Sie sagten uns, sie würden ein solches Dokument zum ersten Mal sehen und von nichts wissen. Außerdem hätten sie ihre eigenen Regeln."

Von Behörden verfolgt?

Da die Mitarbeiter des lettischen Fernsehens bis 18 Uhr Zeit hatten, entschieden sie sich, ihre Arbeit fortzusetzen. Ivo Kirsblats sagte: "Danach filmten wir in der Stadt und dort wurden wir zum zweiten Mal festgehalten. Die Straßenpolizei fuhr vor und verlangte alle Dokumente. Dann sahen sie sich wieder an, was wir gefilmt hatten. Wir hatten ein Geschäft gefilmt. Sie sagten uns, dass es sich dabei um irgendein Objekt handele, dass man dort Betrunkene sehe und dass dies unzulässig sei. Wieder löschten sie alles und boten an, uns bis zur Grenze zu begleiten. Das lehnten wir aber ab. Wir versicherten ihnen, dass wir das bis 18 Uhr selbst schaffen würden. Unterwegs filmten wir ein Feld und irgendwelche Eisenbahnschienen. Als wir an der Grenze ankamen, wussten sie schon, dass wir unterwegs gefilmt hatten. Wieder wurde alles gelöscht."

Negative Berichterstattung

Nach Riga kehrten die Journalisten in einem beschädigten Auto zurück. In Pytalowo hatte jemand die Windschutzscheibe beschädigt. Ivo Kirsblats sagte, all dies sei geschehen, weil die russischen Medien Lettland nur negativ darstellen würden. Sie würden vor allem über Verstöße gegen die Rechte russischsprachiger Menschen berichten. Ivo Kirsblats unterstrich in diesem Zusammenhang: "Von Lettland hat man eine sehr schlechte Meinung. Alle Informationen, die die Menschen haben, stammen vom russischen Fernsehen."

Riga kritisiert Moskau

Am Dienstag (11.5.) richtete das lettische Außenministerium an Russland eine Protestnote mit der Forderung, zu erläutern, warum die akkreditierten Journalisten des lettischen Fernsehens aus dem Gebiet Pskow ausgewiesen wurden. Das Außenamt Lettlands betonte, solche Vorfälle würden nicht dazu beitragen, Russland als Land darzustellen, in dem die Pressefreiheit geachtet werde.

Aleksej Romanow, Riga
DW-RADIO/Russisch, 10.5.2005, Fokus Ost-Südost

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