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Rüstung

Russland und Weißrussland beginnen gemeinsames Großmanöver "Sapad"

Das Wort "Sapad" bedeutet "Westen" und deutet schon darauf hin, dass man sich genau dort Sorgen machen sollte. Die hoch umstrittene, gemeinsame Militärübung von Russen und Weißrussen hat nun begonnen.

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"Sapad" beginnt: Russische Panzer an der Grenze

Russland und Weißrussland haben das international kritisierte, gemeinsame Militärmanöver "Sapad" (Westen) begonnen. Bei der Übung wolle man auf der Grundlage moderner Konflikte trainieren und die Streitkräfte beider Länder schulen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. "Die Übung hat einen rein defensiven Charakter und richtet sich nicht gegen einen Staat oder eine Gruppe von Ländern", hieß es. Das Manöver werde an sechs Übungsplätzen in Weißrussland stattfinden. Zudem sollen taktische Manöver der Luftwaffe in Russland geprobt werden.

100.000 Soldaten? Oder doch "nur" 12.700?

An der siebentägigen Übung sollen nach offiziellen Angaben 12.700 Soldaten aus beiden Ländern teilnehmen; rund 250 Panzer und zehn Schiffe dürften zum Einsatz kommen. Einige westliche Staaten und die NATO gehen davon aus, dass die eigentliche Teilnehmerzahl viel höher sein könnte. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen rechnet mit bis zu 100.000 Soldaten. Zudem befürchten Kritiker, dass russische Soldaten nach der Übung nicht aus Weißrussland abziehen könnten.

Russland Weißrussland PK zu Sapad 2017 Militärmanöver Alexander Fomin (Getty Images/AFP/K. Kudryavtsev)

Der stellvertretende russische Verteidigungsminister Alexander Fomin unmittelbar vor Beginn des Manövers

Die Teilnehmerzahlen sind von besonderer Bedeutung, denn: Ab 13.000 Soldaten müsste Russland nach den Regeln der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ausländische Beobachter zulassen. 

Seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 ist die Nervosität in der Region und bei den westlichen Nachbarn deutlich gestiegen. Kriegsangst geht um, die sich verstärkt, wenn im Nachbarland der Nahkampf trainiert wird, wenn Panzer auffahren oder sogar der Atomkrieg geprobt wird. 

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte im Vorfeld erklärt, er wolle das Manöver zu dem "bedeutendsten Ereignis für die Streitkräfte" machen. An der Versicherung, es handele sich um eine rein defensive Angelegenheit, haben die osteuropäischen Nachbarn und die NATO Zweifel. Russland-Kritiker vermuten, dass die nur auf den Skizzen der Moskauer und Minsker Generäle existierenden Namen Wesbaria und Lubenia für die EU- und NATO-Mitglieder Litauen und Lettland stehen. Die Regierungen der Baltenstaaten sind daher in Alarmbereitschaft.

US-Kampfjets zusätzlich verlegt

Zusätzliche US-Kampfjets wurden nach Litauen verlegt. Auch US-Kriegsschiffe werden demnächst in der Ostsee erwartet. Auf dieser Seite der Grenzen ist Abschreckung das Motto. 

Die NATO sei wachsam, sehe aber "keine unmittelbare Gefahr", sagte am Mittwoch deren Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einem Besuch eines Bündnisstützpunktes in Estland. Die Allianz hatte bereits dem nach Ausbruch der Ukraine-Krise ihre Präsenz im östlichen Bündnisgebiet erheblich erhöht.

ml/stu (dpa, afp, rtr)

 

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