1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Ostmitteleuropa

Russland und Ungarn wollen Wirtschaftsbeziehungen intensivieren

Moskau, 8.9.2003, INTERFAX, russ.

Die Regierung der Russischen Föderation geht davon aus, dass russische Unternehmen sich an der "letzten Phase der Privatisierung" in Ungarn werden beteiligen können, insbesondere an Aktienpaketen solcher Unternehmen wie "Dunaferr" und - sollte die Entscheidung fallen - am Verkauf des Unternehmens "Moll". Das teilte nach Beendigung von Regierungsgesprächen in Budapest der Premierminister der Russischen Föderation Michail Kassjanow am Montag (8.9.) auf einer Pressekonferenz mit.

"Russische Unternehmen sind an Produktionsaktiva in Ungarn interessiert, um ihre Aktivitäten vielfältiger zu gestalten", sagte der Regierungschef. "Russland will sich auch am Bau der vierten Linie der Budapester Metro beteiligen." "Russische Unternehmen sind dazu bereit, sie können akzeptable technische Lösungen unterbreiten, die sich von den Vorschlägen der Konkurrenz stark unterscheiden", so M. Kassjanow.

Der russische Regierungschef erklärte darüber hinaus, Russland rechne mit der Beteiligung an und dem Sieg bei der Ausschreibung für die Modernisierung der Atomenergie in Ungarn, über die in den kommenden Monten entschieden werden könnte.

Ungarns Premierminister Peter Medgyessy erklärte, in den nächsten vier Wochen sei die Unterzeichnung eines russisch-ungarisches Abkommens über Lizenzen im Bereich der militärtechnischen Zusammenarbeit zu erwarten. M. Kassjanow erläuterte, es gehe dabei um die mögliche Verlängerung der Herstellung von militärischen Erzeugnissen auf Lizenzgrundlage in Ungarn. "Im Prinzip gibt es bereits eine Vereinbarung darüber, die wir gebilligt haben. Und wir haben angeordnet, dass innerhalb eines Monats alle Details festgelegt werden", sagte der russische Premierminister.

P. Medgyessy erklärte, dass über die Beteiligung Russlands an Ausschreibungen für die Umsetzung des einen oder anderen Projekts in Ungarn durchaus positiv entschieden werden könnte. "Bei den Ausschreibungen werden wir uns für diejenigen Unternehmen entscheiden, die die besten Vorschläge unterbreiten, und ich bin überzeugt, dass es russische Unternehmen sein könnten."

Medgyessy sagte, ungarische Gesellschaften seien unter anderem an Lieferungen von Komponenten für das russische Werk KAMAS sowie an einer Beteiligung an der Modernisierung des Straßenbahn-Parks in Moskau interessiert.

Nach M. Kassjanows Angaben stiegen die russisch-ungarischen Handelsumsätze in den ersten sechs Monaten 2003 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 40 Prozent an. "Das bedeutet, dass die Geschäftskreise an einem Ausbau der Zusammenarbeit interessiert sind und die politischen Impulse, die die Führung unserer Länder gegeben hat, ihre Wirkung zeigen", unterstrich M. Kassjanow.

Während der russisch-ungarischen Gespräche am 8. September in Budapest wurden vier Regierungsdokumente unterzeichnet: ein Abkommen zwischen den Kommunikationsministerien beider Länder über Zusammenarbeit im Bereich der Kommunikation und der Informationstechnologien, ein Protokoll der Bildungsministerien über Zusammenarbeit in den Jahren 2003-2005, ein Abkommen über Zusammenarbeit zwischen den Justizministerien sowie ein Memorandum über Zusammenarbeit des Gosstroj (staatliche Baubehörde - MD) der Russischen Föderation mit dem ungarischen Ministerium für Wirtschaft und Transportwesen. (TS)

  • Datum 09.09.2003
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/43SM
  • Datum 09.09.2003
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/43SM