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Fokus Osteuropa

Russland und Kasachstan erweitern Energie-Partnerschaft

Am Rande des G-8-Gipfels, an dem Präsident Nasarbajew als Gast teilnahm, wurde eine wichtige Erdgas-Vereinbarung erzielt. Auch aus anderen Gründen war der Gipfel für Kasachstan von besonderem Interesse.

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Nursultan Nasarbajew und Wladimir Putin

Die Präsidenten Russlands und Kasachstans, Wladimir Putin und Nursultan Nasarbajew, haben im Rahmen des G-8-Gipfels in St. Petersburg eine wichtige Vereinbarung getroffen. Dabei handelt es sich um die gemeinsame Nutzung des kasachischen Gasvorkommens in Karatschaganak. Ziel ist es, dort jährlich 15 Milliarden Kubikmeter Gas zu fördern. Verarbeitet werden soll das Gas in Orenburg von einem russisch-kasachischen Gemeinschaftsunternehmen. Das verarbeitete Gas soll dann nach Kasachstan zurückfließen oder über Gasprom-Pipelines exportiert werden.

Nutzen für beide Seiten

Arkadij Dubnow, russischer Zentralasien-Experte, sagte im Gespräch mit der Deutschen Welle, die Vereinbarung sei zu erwarten und lange geplant gewesen. Dubnow bewertet die Vereinbarung wie folgt: "Sie ist für beide Seiten von Vorteil: Erstens werden Produktionsstätten auf russischen Territorium genutzt und zweitens ist das gesamte Gas in industriellem Umfang, das in Kasachstan gefördert wird, vertraglich an Russland gebunden. Das ist aus Sicht der kasachischen Seite eine ernsthafte Errungenschaft. Sie wird aber in gewisser Weise eingeschränkt, da ein russisches Unternehmen das Gas nutzt, was nicht ermöglicht, die Lieferungen dieses Gases zu diversifizieren. Kasachstan verfügt einfach nicht über eigene Gaspipelines. Heute ist dies die einzige Möglichkeit, das günstig geförderte Gas zu nutzen."

Kasachstan als "Spielmarke"

Über die Bedeutung des G-8-Gipfels für Kasachstan sagte Dubnow: "Allein die Tatsache, dass Nursultan Nasarbajew als Gast zum G-8-Gipfel in St. Petersburg eingeladen wurde, stellt eine gewisse ‚Spielmarke‘ dar, wie man in Russland zu sagen pflegt, also eine Positionierung von Nasarbajew." Übrigens trat das kasachische Staatsoberhaupt bei dem Gipfel als Vorsitzender der GUS-Staatschefs auf, wie man im Kreml betonte. In diesem Zusammenhang unterstrich Dubnow: "Nasarbajew ist wirklich ein Politiker, der seit vielen Jahren den postsowjetischen Raum am stärksten integriert, und Putin würdigt dies natürlich, indem er bei jeder passenden Gelegenheit Nasarbajews Verdienste hervorhebt."

Trafen sich Bush und Nasarbajew?

Darüber hinaus war es Dubnow zufolge dem kasachischen Präsidenten sehr wichtig, in egal welcher Form den US-Präsidenten kurz zu treffen, um Nasarbajews Wunsch Ausdruck zu verleihen, zu einem Besuch in den USA eingeladen zu werden. Der russische Zentralasien-Experte betonte: "Schon seit fünf Jahren kann der kasachische Präsident eine solche Einladung nicht erreichen. Es sei daran erinnert, dass im Oktober der Prozess im sogenannten "Kasachgate" beginnt, in dem der kasachische Präsident und Mitglieder der ehemaligen Führung des Landes figurieren. Das geschieht vor dem Hintergrund, dass Kasachstan wahrscheinlich im Jahr 2009 nicht den OSZE-Vorsitz erhält, was in den vergangenen Jahren eines der Hauptziele der kasachischen Außenpolitik war. Das wurde nach den Besuch des kasachischen Außenministers Kassymschomart Tokajew in Washington deutlich." Ein Treffen zwischen Bush und Nasarbajew während des G-8-Guipfels ist bislang nicht bestätigt worden.

Zentralasien war Thema

Obwohl die Probleme Zentralasiens nicht auf der Tagesordnung des G-8-Gipfels standen, wurden dennoch zwei Fragen bezüglich der zentralasiatischen Länder erörtert. Dubnow machte deutlich: "Es wäre ungerecht zu sagen, dass die Probleme Zentralasiens während des Gipfels nicht erwähnt wurden. Ein Problem wurde von Russland angesprochen. Dabei handelt es sich um den Gesundheitsschutz. Russland übernahm die Verpflichtung, in Moskau ein Labor zur Bekämpfung der Vogelgrippe einzurichten. Außerdem will Russland AIDS-Medikamente speziell für die Länder Zentralasiens herstellen, da sie, wie Putin betonte, die engsten Partner Russlands in der GUS seien."

Michail Bushuev
DW-RADIO/Russisch, 17.7.2006, Fokus Ost-Südost

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