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Wirtschaft

Russland und Indien streben "neue Horizonte" bei Energiekooperation an

Russland will mehrere Atomkraftwerke in Indien bauen, sich für ein Ende des Nuklearboykotts gegen die südasiatische Atommacht einsetzen und die Tradition des Rüstungshandels pflegen.

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Indisches Atomkraftwerk in Kalpakkam

Nach einem Treffen des indischen Premierministers Manmohan Singh mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Donnerstag (25.1.07) in Neu Delhi unterzeichneten beide Seiten eine entsprechende Absichtserklärung. Demnach plant Russland den Bau von vier zusätzlichen Atomkraftwerken am AKW-Standort Kudankulam im süd-indischen Bundesstaat Tamil Nadu sowie weiterer Reaktoren in anderen Landesteilen. Ein fester Zeitrahmen dafür steht allerdings noch aus. Derzeit arbeiten Russland und Indien beim Bau zweier Reaktoren mit jeweils 1000 Megawatt in der süd-indischen Stadt Kudankulam zusammen.

Strategische Partner

Indien Russland Wladimir Putin bei Manmohan Singh in Delhi

Putin und Singh: Die Nachbarschaft funktioniert prima

Singh betonte, die Zusammenarbeit in der Nuklearenergie entwickle sich zum wichtigsten Aspekt der strategischen Partnerschaft mit Russland. Die Energieversorgung ist eine der größten Herausforderungen für Indien, dessen Wirtschaft in den vergangenen Jahren um jährlich mehr als acht Prozent gewachsen ist. Putin sagte: "Wir sind bereit, bei der Brennstoff- und Energiekooperation zu neuen Horizonten aufzubrechen."

Putin vereinbarte bei dem Gespräch mit Singh auch eine engere Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft sowie Luft- und Raumfahrt. So soll Indien künftig auch einen Zugang zum russischen Satelliten-Navigationssystem erhalten.

Streitpunkt Atomwaffensperrvertrag

Seit den indischen Atomwaffentests 1998 gilt weltweit ein Boykott auch im zivilen Nuklearbereich gegen Indien, das den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat. Die USA und Indien haben bereits eine zivile nukleare Zusammenarbeit vereinbart. Diesem Abkommen zufolge wird Indien einen Teil seiner Atomreaktoren unter Kontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO stellen. Einem Ende des Lieferstopps von Nukleartechnologie und -brennstoff muss allerdings die Nuclear Suppliers Group (NSG) noch zustimmen. Die NSG ist ein Zusammenschluss von 45 Staaten, die über Atomtechnologie verfügen. Moskau setzt sich wie Washington für ein Boykottende ein.

Bereits am Mittwoch unterzeichneten der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow und sein indischer Kollege A. K. Antony vier Rüstungsabkommen. Indien war einer der wichtigsten Käufer sowjetischer Militärtechnik und ist auch heute einer der größten Rüstungsimporteure. "Die Entwicklung einer engen und vertrauenswürdigen Beziehung mit Indien ist eine der wichtigsten Prioritäten der russischen Außenpolitik", sagte Iwanow nach Unterzeichnung der Abkommen.

Putin fordert waffenfreien Weltraum

Nach dem weltweit verurteilten chinesischen eines Satelliten forderte Putin einen waffenfreien Weltraum. "Wir sollten den Geist nicht aus der Flasche lassen", sagte Putin. Russland trete für einen "absolut waffenfreien Weltraum" ein. "Ich möchte jedoch anmerken, dass China nicht das erste Land ist, das solche Tests durchführt", sagte Putin. Zu ersten entsprechenden Tests sei es bereits Ende der 1980er-Jahre gekommen. Aus Militärkreisen in den USA höre man außerdem, "dass es Pläne, gibt zu versuchen, den Weltraum aufzurüsten". (kas)

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