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Aktuell Nahost

Russland und der Westen kooperieren bei humanitärer Hilfe in Syrien

Noch immer harren zahlreiche syrische Zivilisten in belagerten Städten aus. Zumindest die Bewohner der Stadt Deir es-Zor im Osten des Landes dürfen nun auf eine Linderung der Not durch koordinierte Hilfsflüge hoffen.

Ein Flugzeug mit UN-Hilfsgütern wartet im irakischen Erbil auf den Start nach Syrien (Archivfoto: AFP)

Ein Flugzeug mit UN-Hilfsgütern wartet im irakischen Erbil auf den Start nach Syrien (Archivfoto)

Russland und mehrere westliche Staaten arbeiten bei der humanitären Hilfe für die syrische Bevölkerung intensiver zusammen als bisher bekannt. "Die Aufnahme der technisch anspruchsvollen Flüge, bei denen Hilfsgüter aus 6000 Metern Höhe mit Spezialfallschirmen abgeworfen werden, ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Russland und den westlichen Staaten", schreibt die "Rheinische Post" unter Hinweis auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag. Auf diese Weise würden rund 100.000 Menschen in den Teilen der Stadt Deir es-Zor aus der Luft versorgt, die von der Terrororganisation "Islamischer Staat" belagert werden.

Insgesamt erhielten nach der Regierungsmitteilung 255.000 Menschen in belagerten Gebieten Hilfe. Dramatisch ist nach Einschätzung der Bundesregierung vor allem die Lage in Aleppo. Dort sollen etwa 300.000 Menschen in Stadtvierteln unmittelbar an den Frontlinien leben. "Diese leiden an mangelhafter Versorgung aufgrund von Luftangriffen und dem Abschneiden von Versorgungswegen durch das Vorrücken der syrischen Armee", erklärte das Auswärtige Amt in Berlin. Daneben hätten rund 150.000 Binnenflüchtlinge Schutz im syrisch-türkischen Grenzgebiet gesucht. Nur ein Teil von ihnen sei in Lagern untergekommen. Die Mehrheit lebe unter freiem Himmel und sei von regelmäßiger Versorgung mit Nahrung und Medikamenten abgeschnitten.

Pause bei russischen Luftangriffen

Am Mittwoch kündigte die Regierung in Moskau an, die eigene Luftwaffe werde ihre Angriffe auf syrische Rebellen vorübergehend aussetzen. Damit sollen gemäßigtere Regimegegner Zeit bekommen, ihre Reihen von denen der islamistischen Organisation Al-Nusra-Front zu trennen. Russland habe in den vergangenen Tagen rund ein Dutzend Bitten bewaffneter Gruppen aus verschiedenen Provinzen erhalten, keine Luftangriffe zu fliegen, bis die Trennung vollzogen sei, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau. Demnach soll zudem genau bestimmt werden, welche Gebiete von gemäßigteren Gruppen kontrolliert werden, ehe die Luftangriffe weitergehen, meldet die Nachrichtenagentur Tass.

Bei der Al-Nusra-Front handelt es sich um den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Ihre Stellungen sind bisher oft eng mit denen anderer Regimegegner verbunden. Für die Al-Nusra-Front gilt die im Februar ausgehandelte Waffenruhe genauso wenig wie für den IS. Russland unterstützt seit September das Regime von Staatschef Baschar al-Assad mit Luftangriffen und bombardiert dabei auch immer wieder gemäßigtere Rebellen.

kle/sc (dpa, rtre)