Russland stärkt Wirtschaftsbeziehungen mit Iran | Aktuell Europa | DW | 17.05.2018
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Abbau von Handelsbarrieren

Russland stärkt Wirtschaftsbeziehungen mit Iran

Unter dem Druck neuer US-Sanktionen rückt der Iran näher an die von Russland dominierte Eurasische Wirtschaftsunion. Zunächst wurden die Zölle vertraglich gesenkt. Ein vollwertiges Freihandelsabkommen soll folgen.

Russland Eurasian Supreme Council | Gruppenbild in Sotschi (picture-alliance/Zuma Press/S. Guneev)

Spitzenvertreter der Eurasischen Wirtschaftsunion hatten sich am Montag in Sotschi getroffen

Man habe mit dem Iran ein temporäres Abkommen über einen Abbau von Handelsschranken für drei Jahre unterzeichnet, teilte der Vorsitzende der Kommission der Wirtschaftsunion, Tigran Sargsjan, der Agentur Tass zufolge in der kasachischen Hauptstadt Astana mit. Das Abkommen betreffe etwa 50 Prozent des Handels. Zugleich wurden Verhandlungen in Gang gesetzt, um innerhalb von drei Jahren eine Freihandelszone zu schaffen.

Gegengewicht zur EU

Mit der Eurasischen Wirtschaftsunion haben Russland, Weißrussland, Kasachstan, Armenien und Kirgistan einen gemeinsamen Binnenmarkt und eine Zollunion aufgebaut. Der russische Präsident Wladimir Putin sieht darin ein ökonomisches Gegengewicht zur EU. Nach Angaben von Sargsjan wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von etwa 2,7 Milliarden Euro zwischen der Union und dem Iran ausgetauscht.

Europäische Firmen drohen mit Rückzug

US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche verkündet, dass sich die USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran zurückziehen. Zugleich setzte er die im Zuge des Abkommens ausgesetzten US-Sanktionen wieder in Kraft. Diese richten sich auch gegen nicht-amerikanische Firmen, die Geschäfte mit dem Iran machen.

Darunter dürften insbesondere europäische Unternehmen fallen, da diese mehrheitlich in den USA aktiv sind. Der dänische Schiffskonzern Maersk Tankers beispielsweise und der deutsche Versicherungskonzern Allianz haben bereits angekündigt, sich aus dem Iran zurückzuziehen. Auch der französische Energieriese Total will sein Geschäft einstellen, wenn die USA ihm nicht eine Ausnahme von den Sanktionen gewähren.

Russische Konzerne dagegen sind den US-Strafmaßnahmen weniger ausgesetzt. Viele von ihnen machen ohnehin keine Geschäfte in den USA, weil Washington nach der russischen Annexion der Krim Strafmaßnahmen gegen die Regierung in Moskau verhängte.

uh/kle (dpa, afp)

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