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Welt

Russland schickt bemanntes Raumschiff ins All

Nach einer Pannenserie soll das russische Raumfahrtprogramm wieder Fahrt aufnehmen. Mit zwei Russen und einem US-Amerikaner an Bord ist eine Sojus-Rakete zur Internationalen Raumstation ISS gestartet.

Russischer Kosmonaut Anton Schkaplerow und US-Astronaut Daniel Burbank vor dem Start der Sojus-Rakete

Der russische Kosmonaut Schkaplerov (l.) und US-Astronaut Daniel Burbank bleiben vier Monate im All

Mit zweimonatiger Verspätung hob die Rakete samt Raumkapsel am Montag (14.11.2011) um 5.14 Uhr MEZ bei Schneegestöber vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. In zwei Tagen soll sie an die ISS andocken.

An Bord der Sojus TMA-22 sind die Kosmonauten Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin sowie der US-Astronaut Daniel Burbank. Sie sollen die ISS-Besatzung verstärken und bis Mitte März nächsten Jahres im All bleiben. "Alles ist normal und uns geht es gut", berichteten die Raumfahrer nach dem Start über Funk.

In Empfang genommen wird die dreiköpfige Crew am Mittwoch von dem US-Amerikaner Mike Fossum, dem Russen Sergej Wolkow und Satoshi Furukawa aus Japan, die derzeit in der Weltraumstation Wache halten. Damit erreicht die Besatzung wieder ihre Sollstärke von sechs Mitgliedern.

Pleiten, Pech und Pannen

Der ursprünglich für September geplante Start war mehrfach verschoben worden, weil wenige Wochen zuvor eine unbemannte Sojus-Rakete abgestürzt war. Zuletzt hatte auch die missglückte Mission der Marsmond-Sonde Phobos-Grunt international für Irritationen gesorgt. Die Raumfahrtsonde ist nach Einschätzung von Experten nicht mehr zu retten. Ihr Absturz auf die Erde wird spätestens im Dezember erwartet. Mehrere Versuche, Funkkontakt herzustellen, sind gescheitert.

Sojus-Rakete beim Start in Kasachstan (Foto: dapd)

Trotz eines Schneegestöbers verlief der Start problemlos

Nach dem Ende der US-Shuttleflüge Ende Juli ist Russland das einzige Land, das internationale bemannte Raumflüge zur ISS organisiert. Die Sojus-Mission gilt für die russische Raumfahrt als wichtiger Stimmungstest für künftige Expeditionen in den Weltraum.

Vertrauen in die Technik

In den kommenden Monaten haben die beiden russischen Weltraumneulinge und ihr US-Kollege, der bereits das dritte Mal im All ist, ein umfangreiches Programm zu absolvieren. So müssen sie neben den üblichen Reparatur- und Wartungsarbeiten 37 Experimente in neun verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen durchführen, unter anderem in Medizin, kosmischer Biologie und Werkstoffkunde. Außerdem unternehmen sie einen Ausflug in den freien Raum.

Auf einer Pressekonferenz vor dem Start hatten die Raumfahrer versichert, dass sie volles Vertrauen in die russische Technik hätten und vom Erfolg der Mission überzeugt seien. Die jüngsten Pannen seien bedauerliche Einzelfälle gewesen, betonten sie. Der nächste bemannte Flug zur ISS ist bereits für den 21. Dezember angesetzt.

Autor: Thomas Grimmer (dpa, dapd, afp)
Redaktion: Annamaria Sigrist

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