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Aktuell Welt

Russland sagt Syrien Unterstützung zu

Russland hält den Dialog mit dem Regime in Damaskus aufrecht. Präsident Putin und Außenminister Lawrow luden den syrischen Außenminister nach Sotschi ein. Und versprachen dem Land Hilfe beim Kampf gegen die Rebellen.

Es ist das erste Mal seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor mehr als drei Jahren, dass Russlands Präsident Wladimir Putin ein ranghohes Regierungsmitglied aus Syrien trifft. In Putins Residenz in Sotschi am Schwarzen Meer sprach der Staatschef nach Kreml-Angaben mit dem Außenminister und Vizeregierungschef Walid al-Muallem über die beiderseitigen Beziehungen.

Friedensgespräche als Fernziel

Mit dabei war auch der russische Außenminister Sergej Lawrow. Man sei sich einig, dass der Terrorismus die größte Bedrohung für den Mittleren Osten sei, sagte Lawrow nach den Gesprächen. Russland werde Syrien in seinem Kampf gehen diese Bedrohung weiterhin unterstützen, so Lawrow weiter. Mit dem Treffen will Russland in erster Linie offenbar den Dialog mit dem Regime von Staatschef Baschar al-Assad aufrechterhalten. Fernziel Moskaus dürfte die Wiederbelebung von Friedensgesprächen zwischen der syrischen Führung und Teilen der bewaffneten Aufständischen sein. Während die USA einen Machtwechsel in Syrien fordern, hält Moskau zu Assad.

Syrien hofft auf Waffen

Der syrische Außenminister ist dagegen mit ganz konkreten Zielen nach Russland gereist. So hatte Al-Muallem Anfang November erklärt, seine Regierung bemühe sich bei der russischen Führung um eine beschleunigte Lieferung von Luftabwehrraketen des Typs S-300 und anderen modernen Rüstungsgütern. Moskau hatte die Lieferung der Raketen im vergangenen Jahr unter dem Druck der USA und Israels ausgesetzt.

Offenbar fürchtet Damaskus mögliche Luftschläge der USA. So hatte al-Muallem in einem Zeitungsinterview geäußert, angesichts des Erstarkens der Republikaner in den USA sei es fraglich, ob US-Präsident Barack Obama bei seinem Nein zu einem Krieg gegen Syrien bleibe. Russland und der Iran sind die wichtigsten Verbündeten der Assad-Regierung.

Zahl der Toten in Al-Rakka steigt

In Syrien selbst nimmt die Luftwaffe derzeit verstärkt Rebellengruppen unter Beschuss. Eines der schwersten Bombardements seit langem flogen syrische Kampfjets am Dienstag auf die von Extremisten des "Islamischen Staats" (IS) gehaltene Stadt Al-Rakka im Norden des Landes. Dabei wurden nach Angaben der in London ansässigen Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 95 Menschen getötet, darunter mindestens 52 Zivilisten. In ersten Meldungen war zunächst von 60 Toten die Rede gewesen. Der Nachrichtenkanal Al-Arabija berichtete sogar von 170 Toten.

Die Ruine eines zerbombtes Haus in Al-Rakka (Foto: rtr)

Bild der Zerstörung: bei den Angriffen auf Al-Rakka starben vielen Menschen

Nach Angaben der Menschenrechtler hatte die Luftwaffe ein Industriegebiet, einen Markt und eine Moschee bombardiert. Unter den Toten seien auch drei Kinder. Die Beobachtungsstelle warf dem Regime in Damaskus ein "Massaker" vor. Die in Großbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Informationen aus einem weit verzweigten Netz von Informanten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite allerdings nur schwer überprüft werden.

Angriffe auf IS in Syrien und Irak

In Nordsyrien flogen US-Kampfjets nach Angaben des Zentralkommandos in Washington zehn Angriffe in der Umgebung der von IS-Extremisten belagerten Kurdenstadt Kobane. Dabei seien Stellungen des IS zerstört und auch Kämpfer getroffen worden, hieß es.

Im Nordirak wehrten kurdische Peschmerga-Kämpfer einen IS-Angriff auf den strategisch wichtigen Mossul-Staudamm und den Ort Sumar ab. Dabei seien sie von Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten unterstützt worden, erklärte ein General.

cw/qu (dpa, afp, rtr)