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Fokus Osteuropa

Russland: Protest gegen Ölförderung auf Kamtschatka

Der russische Energiekonzern Rosneft will aus neue entdeckte Quellen auf der Halbinsel Kamtschatka Öl gewinnen. Umweltschützer protestieren gegen die Pläne. Sie fürchten irreparable Schäden für Mensch und Tier.

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Lachsfang auf Kamschatka - wie lange noch?

Bereits im Juni will der staatliche russische Ölkonzern Rosneft erste Probebohrungen auf Kamtschatka durchführen. Im vergangenen Jahr hatte Rosneft gemeinsam mit einem südkoreanischen Unternehmen auf der Halbinsel zwischen Asien und Alaska Lagervorkommen von schätzungsweise zehn Milliarden Barrel Rohöl entdeckt.

Umweltschützer und Ökologen protestieren gegen diese Pläne. Der WWF und Greenpeace Russland veranstalteten deshalb im Zentrum von Moskau eine Protestaktion. Außerdem gibt es eine landesweite Unterschriftenaktion gegen die von Rosneft geplante Ölförderung auf Kamtschatka.

Fischreserven bedroht

Kamtschatka ist die größte Halbinsel Ostasiens. Teile der Insel zählen zum Weltnaturerbe der UNESCO. Zahlreiche Naturschutzorganisationen wie der WWF sind vor Ort aktiv, um die einzigartige Landschaft zu schützen.

Andrej Petrow, der Leiter des Programms "Welterbe", das unter der Ägide von "Greenpeace" geführt wird, ist der Meinung, dass die Ausbeutung des Vorkommens auf Kamtschatka die gesamten Fischreserven der Region bedroht. "In erster Linie ist die Population des Kamtschatka-Lachses gefährdet. Der Festlandsockel macht nur drei Prozent der Fläche Russlands aus, ist aber Lebensraum für bis zu drei Viertel der Weltpopulation des wilden Pazifiklachses."

Wegen unvernünftiger wirtschaftlicher Nutzung des Gebietes seien die Bestände des Pazifik-Lachses bereits deutlich dezimiert worden. " Der Fisch, der jetzt in Russland als Lachs verkauft wird, wird künstlich gezüchtet und unterscheidet sich wesentlich vom Wildlachs, nicht nur in der Farbe, sondern auch im Geschmack", betont Andrej Petrow.

Schaden für Mensch und Tier

Der Koordinator der WWF-Programme für Ökologisierung der Öl- und Gasindustrie, Alexej Knischnikow, ist sich sicher: Die Ausbeutung des Vorkommens bedroht nicht nur den Lachs. Der Lärm der Bohranlagen könne Wale aus den küstennahen Gewässern vertreiben; das unvermeidliche Auslaufen von Erdöl sei für Krabben und Meeresvögel tödlich. Der Exekutivdirektor der Assoziation der Stammesbevölkerung und ethnischen Minderheiten des Nordens und des Fernen Ostens, Dmitrij Bereschkow, betonte, auch die einheimische Bevölkerung könne unter den Fördermaßnahmen leiden. "Seit Urzeiten leben die Menschen auf Kamtschatka von dem, was das Meer ihnen gibt. Die Erdöl-Förderung und –Verarbeitung hat bereits die Lebensweise der Bevölkerung auf Sachalin zerstört. Die kleinen Siedlungen auf Kamtschatka kann das gleiche Schicksal treffen", meint Bereschkow.

Jegor Winogradow