1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Russland nur noch auf Bewährung bei EM

Die UEFA kündigt an, dass die russische Nationalmannschaft bei weiteren Fanausschreitungen im Stadion sofort vom EM-Turnier in Frankreich ausgeschlossen wird. Zudem verhängt der Fußballverband eine Geldstrafe.

Die Disziplinarkommission der UEFA hat EM-Teilnehmer Russland für die Fanausschreitungen im Stadion von Marseille hart bestraft. Wegen der "Vorwürfe der Zuschauerausschreitungen, des Gebrauchs von Feuerwerkskörpern und des rassistischen Verhaltens, die gegen den russischen Verband vorgebracht wurden" verhängte sie eine Geldstrafe von 150.000 Euro und "einen Ausschluss auf Bewährung der russischen Nationalmannschaft von der UEFA EURO 2016 für die Zuschauerausschreitungen". Die Disqualifikation wurde für die gesamte Dauer der EM zur Bewährung ausgesetzt.

Die Entscheidung bezieht sich nur auf Vorfälle, die sich innerhalb des Stadions ereignet haben und deshalb der Rechtssprechung der UEFA unterliegen. Das Exekutivkomitee, in dem der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sitzt, hatte allerdings ebenfalls mit Ausschluss gedroht, wenn es nochmals zur Ausschreitungen in Spielorten kommen sollte. Das wurde auch dem englischen Fußballverband mitgeteilt, dessen Fans an den mehrtägigen Straßenschlachten in Marseille ebenfalls beteiligt gewesen waren. Einen Ausschluss hat es während einer Fußball-EM noch nie gegeben. England war 2000 wegen Ausschreitungen in Belgien ebenfalls mit einer Warnung belegt worden.

Video ansehen 02:44

Gespräch mit Matthias Frickel

Kreml appelliert an Fans

Der russische Fußball-Verband (RFU) könnte gegen das Urteil Berufung einlegen, will dies nach Aussage seines Vorsitzenden Witali Mutko aber nicht tun."Wir stimmen der UEFA-Entscheidung zu. Was bleibt uns anderes übrig?", sagte der russische Sportminister Witali Mutko der Agentur Tass zufolge. Zudem habe Moskau Verständnis dafür, dass EM-Gastgeber Frankreich Problemfans abschiebe. "Sie werden deportiert, weil sie nicht gekommen sind, um Fußball zu sehen. Es wird Zeit, dass Ruhe einkehrt. Es läuft eine EM, das ist ein Feiertag für den Fußball, aber alle reden nur über Schlägereien und Strafen", sagte der Minister.

Erste Bewährungsprobe in Lille

Sportlich könnte Russland mit einem Sieg am Mittwoch gegen die Slowakei einen großen Schritt in Richtung K.o.-Runde tun. Doch die Sbornaja muss das Verhalten ihrer eigenen Fans mehr fürchten als das ihres Gegners auf dem Platz. Die Ausschreitungen seien "völlig inakzeptabel", hieß es auch von politischer Seite aus Russland. Kremlsprecher Dmitri Peskow rief die russischen Fans auf, sich strikt an geltende Gesetze zu halten. "Man kann auch nur an unsere Fans appellieren, nicht auf Provokationen zu reagieren", sagte er der Agentur Interfax.

UEFA EURO 2016 England - Russland Ausschreitungen in Marseille

Szenen wie aus einem Bürgerkrieg - die Krawalle in Marseille

Das zweite Gruppenspiel der Russen findet in Lille statt - nur wenige Kilometer entfernt vom Spielort der Engländer, die am Donnerstag gegen Wales in Lens antreten. Im Norden Frankreichs könnte es also rund um die beiden Risikospiele den nächsten brenzligen Zusammenstoß englischer und russischer Hooligans geben. Das letzte russische Gruppenspiel gegen Wales findet am Montag in Toulouse statt.

Wiederholungstäter Russland

Am Samstag hatten unmittelbar nach dem Abpfiff des 1:1 im Stade Velodrome russische Hooligans einen englischen Block gestürmt und die gegnerischen Fans angegriffen. Mehrere Menschen, darunter auch Kinder, flüchteten in den Innenraum. Zuvor hatte es in Marseille schwere Ausschreitungen gegeben, bei denen mindestens 35 Personen verletzt worden waren. Ein Engländer befindet sich weiterhin in kritischem Zustand.

Hooligans aus Russland hatten bereits bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine randaliert. Der russische Verband war dafür mehrfach mit Geldstrafen belegt worden und gilt deshalb als Wiederholungstäter.

og/jk (sid, dpa)

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema