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Aktuell Europa

Russland liefert weniger Gas nach Westen

Europa bekommt weniger Gas aus Russland. Begründet wurde die Maßnahme in Moskau mit erhöhtem Eigenbedarf bei wahrlich sibirischen Temperaturen. Doch alle Seiten versicherten, es herrsche kein Notstand.

Gaszähler(Foto:dpa)

Russland will bei Eiseskälte mehr Gas selber nutzen

Russland habe mitgeteilt, wegen der starken Kälte selbst mehr Gas zu benötigen, und die Verträge zwischen dem staatlichen russischen Energiekonzern Gazprom und den europäischen Abnehmern sähen für derartige Fälle eine "gewisse Flexibilität" vor, erklärte eine Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Besonders betroffen sind nach Kommissionsangaben Italien mit einem Rückgang der Gaslieferungen um 24 Prozent und Österreich mit einem Rückgang um 30 Prozent. Aber auch Deutschland, Polen, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Griechenland und die Slowakei bekommen weniger Gas, wie die EU-Kommission miteilte.

Frieren müssen die Verbraucher nicht

Alle betroffenen Länder hätten aber versichert, dass vorerst keine Engpässe drohten, hieß es aus Brüssel. Auch die Bundesregierung und die deutschen Energiekonzerne beruhigten die Verbraucher und betonten, aufgrund gut gefüllter Gasspeicher sei die Versorgung über längere Zeit gesichert.

Erinnerungen an vergangene Jahre

Zuvor hatte Gazprom der Ukraine indirekt vorgeworfen, illegal Gas aus Transitleitungen nach Westeuropa abzuzapfen. Dagegen sagte der ukrainische Energieminister Juri Boiko in Kiew, Gazprom pumpe jeden Tag 75 Millionen Kubikmeter weniger Gas in die Pipelines durch die Ukraine als vereinbart. Die Ukraine beteuert, alle Verträge zu erfüllen. Auch in den vergangenen Jahren gab es wiederholt Streit zwischen Russland und der Ukraine in dieser Frage.

Zahl der Kältetoten auf mehr als 220 gestiegen

Obdachlose in Moskau versuchen sich zu wärmen (Foto: dpapd)

Vielen Obdachlosen, wie hier in Moskau, bleibt nur ein Feuer am Straßenrand, um sich zu wärmen

Das Kälte-Hoch hat Europa weiter fest im Griff. Die Temperaturen liegen vielerorts unter minus 20 Grad, oft auch unter minus 30 Grad. Ein Wetterwechsel ist nicht in Sicht. Besonders betroffen ist weiterhin der Osten des Kontinents.

Insbesondere dort fordert die Kälte immer mehr Todesopfer: Bislang sind europaweit mehr als 220 Menschen gestorben, die meisten in Russland und der Ukraine. Allein in diesen beiden Staaten sind über 160 Menschen erfroren, darunter viele Obdachlose. Aber auch aus anderen osteuropäischen Ländern wie Rumänien, Polen, Tschechien und der Slowakei werden Tote gemeldet. Auch in Deutschland und Österreich erfroren in den vergangenen Tagen mehrere Menschen.

qu/gri (dpa,dapd,afp)