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Politik

Russland greift an zweiter Front an

Der Krieg im südlichen Kaukasus spitzt sich am vierten Tag in Folge zu: Russland nimmt Georgien nun von zwei Seiten in die Zange und rückt nun auch von Abchasien vor - angebliches Ziel: Tiflis.

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Russische Truppen auf der Straße nach Tskhinvali

Russische Bodentruppen würden am Montag (11.08.2008)in Richtung Tiflis vordringen, heißt es aus georgischen Regierungsangaben. Die georgischen Streitkräfte seien auf dem Rückzug, um die Hauptstadt vor einer Einnahme zu schützen, teilte die Regierung in Tiflis mit. Eine russische Bestätiguzng liegt nicht vor.

Nach Angaben des georgischen Verteidigungsministeriums drangen russische Truppen am Montag in einen georgischen Militärstützpunkt im Westen des Landes vor. Die russische Regierung bestätigte die georgischen Angaben. Die Soldaten hätten den Stützpunkt in der Ortschaft Senaki besetzt. Wenig später teilte das Innenministerium mit, russische Truppen seien offenbar aus der abtrünnigen Provinz Abchasien kommend auch in die Stadt Sugdidi im Westen Georgiens eingedrungen und hätten dort mehrere Polizeistationen besetzt. Die russischen Streitkräfte hatten zuvor noch erklärt, Moskau hege keinerlei Absicht, mit seinen Truppen weiter vorzurücken.

Georgien Südossetien zerstörtes Haus in Gori

Zerstörtes Haus in Gori

Mit der faktischen Eröffnung einer zweiten Front verstärkt Russland den Druck weiter. Der Kommandeur der russischen Truppen in Abchasien hatte die georgischen Streitkräfte zuletzt aufgefordert, die Waffen niederzulegen, da sonst ein Einmarsch drohe, wie der georgische Sicherheitsratschefs Alexander Lomaia erklärte.

Bomben auf Poti

Nach Angaben des georgischen Innenministeriums bombardierten russische Kampfflugzeuge am Montag Ziele am Rande der Hauptstadt Tiflis sowie den Schwarzmeerhafen Poti. Gleichzeitig seien russische Panzer auf Gori an der Grenze zu Südossetien vorgerückt. Diese seien jedoch von georgischen Soldaten zurückgedrängt worden.

Georgien Südossetien ausgebrannte Wohnung in Gori

Ausgebrannte Wohnung in Gori

Russland wiederum warf Georgien vor, seine Zusage einer Feuerpause vom Sonntag gebrochen und die südossetische Hauptstadt Zchinwali erneut beschossen zu haben. Generalmajor Marat Kulachmetow, der Kommandeur der in Südossetien stationierten russischen Friedenstruppen, erklärte, die georgischen Streitkräfte hätten russische Stellungen über Nacht mit schwerer Artillerie beschossen und auch Kampfflugzeuge eingesetzt.

"Schlimmster Alptraum"

Georgiens prowestlicher Präsident Saakaschwili warf Russland eine seit langem geplante Invasion vor sowie die Behinderung internationaler Hilfslieferungen nach Tiflis. Was nun geschehe, sei "der schlimmste Alptraum" für sein Land, sagte Saakaschwili in Tiflis. Zehntausende Georgier seien inzwischen auf der Flucht. Auch etwa 30.000 Südosseten sollen ihre Heimat verlassen haben.

Nach jüngsten Angaben des russischen Außenministeriums kamen in Südossetien bislang 1600 Menschen ums Leben. Georgien geht von deutlich weniger Opfern aus.

Georgien hatte in dem seit Jahren schwelenden Konflikt mit Südossetien in der Nacht zum Freitag seine Truppen in das abtrünnige Gebiet geschickt. Es kam zu blutigen Kämpfen. Russland griff daraufhin Georgien mit Panzern und tausenden Soldaten an. Während Georgien von einer "Invasion" Russlands spricht, wirft Moskau den Georgiern "Völkermord" in Südossetien vor. (sams)

Karte Kaukasus Georgien mit den Teilrepubliken Abchasien und Südossetien deutsch

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