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Aktuell Europa

Russland fordert von USA und Ukraine Beweise für Abschuss von Flug MH17

Die USA verfügen nach eigenen Angaben über handfeste Hinweise für eine Beteiligung der Separatisten am Abschuss von Flug MH17. Russland drängt nun die Regierungen in Washington und Kiew, die Beweise zu präsentieren.

Es gebe bisher keinen einzigen Beleg für die behauptete Beteiligung der prorussischen Separatisten am Absturz der Malaysia Airlines-Maschine im Osten der Ukraine: Russlands Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow verlangte jetzt Klarheit. Es werde zwar immer wieder auf angebliche Erkenntnisse der amerikanischen Geheimdienste und auf Satellitenaufnahmen verwiesen. "Aber wo sind die Beweise?", fragte der Militärfunktionär im russischen Fernsehen.

Die US-Experten beziehen sich auf Satellitenfotos, die einen Raketenstart von dem Konfliktgebiet aus belegen sollen. Russland hatte kritisiert, dass die Ukraine nach dem Absturz der Boeing 777-200 sofort ihre Version des Vorfalls präsentierte - ohne die internationale Untersuchung abgewartet zu haben.

Besonders wertvoll für die Untersuchungen seien die Gespräche der ukrainischen Fluglotsen mit der malaysischen Crew, sagte der Ex-Kommandeur der russischen Luftstreitkräfte, Alexander Maslow, der Agentur Interfax. Die Ukraine halte diese Aufnahmen aber leider unter Verschluss. "Warum fordert niemand außer Russland die sofortige Herausgabe?", klagte Maslow.

Der ehemalige Kommandeur erinnerte dabei an einem Fall aus dem Jahr 2001. Damals wurde eine russische Passagiermaschine durch die ukrainischen Streitkräfte über den Schwarzen Meer abgeschossen. Doch Kiew habe den Fall nicht zugegeben. 78 Insassen des Flugzeugs starben damals.

Die prorussischen Rebellen haben derweil dementiert, dass sie im Besitz des Flugabwehrsystems "Buk" gewesen seien. Alexander Chodakowski, ein einflussreicher Rebellenkommandeur in der Ostukraine wies entsprechende Berichte zurück. "Ich habe keine Kenntnis davon, dass die Aufständischen eine solche Waffe besitzen", sagte Chodakowski im Interview des Staatsfernsehsenders Russia Today. Mit den westlichen Journalisten habe er lediglich verschiedene Möglichkeiten für den Abschuss der malaysischen Passagiermaschine durchgesprochen. Das Flugabwehrsystem "Buk" könnte beim Abschuss der Maschine eingesetzt worden sein.

Luftbrücke Ostukraine-Niederlande

Niederlande Eindhoven Särge der Opfer von Malaysia Airlines MH17 (Foto: Reuters)

Die Särge der Opfer von Malaysia Airlines MH17 treffen in Eindhoven ein

In der Zwischenzeit steht eine Luftbrücke zwischen der ostukrainischen Stadt Charkiw und Eindhoven. Über sie werden weitere Opfer des Flugzeugabsturzes zurück in die Niederlande gebracht. Am Donnerstag wurden mit Militärtransportern aus den Niederlanden und Australien weitere 74 Leichname überführt. Am Tag zuvor waren in Eindhoven bereits 40 Leichen eingetroffen.

Die Identifzierung der sterblichen Überreste wird nach Einschätzung von Experten Monate dauern. Die Niederlande leiten die internationale Untersuchung des Absturzes und fordern ungehinderten Zugang zur Unglücksstelle. Gemeinsam mit Australien bereiten sie eine Resolution für den UN-Sicherheitsrat vor, um den Einsatz einer bewaffneten Einheit in dem Katastrophengebiet zu ermöglichen.

zam/re (afp, dpa, APE)