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Europa

Russland feiert den Sieg "der Freiheit über die Tyrannei"

Mit einer Militärparade hat Russland den 9. Mai gefeiert. Vor mehr als 50 Staatsgästen gedachte der russische Präsident Wladimir Putin des Kriegsendes und würdigte die Versöhnung mit Deutschland.

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Präsident Putin - Gedenken in Moskau an das Kriegsende

Als Sieg "des Guten über das Böse, der Freiheit über die Tyrannei" hat der russische Präsident Putin das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 60 Jahren bezeichnet. "Ich verbeuge mich tief vor allen Veteranen des Großen

Vaterländischen Krieges", sagte er zum Auftakt der Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau. Putin erinnerte daran, dass auf dem Boden der Sowjetunion die grausamsten und entscheidenden Ereignisse stattgefunden hätten. "Die Millionen Toten verpflichten uns zu großer Verantwortung. Wir müssen erkennen, an welchem Abgrund die Welt stand. Welche monströsen Konsequenzen Gewalt, moralische Intoleranz und Völkermord haben können."

Frieden für die Zukunft

Nach der Epoche der globalen Konfrontation habe sich die Politik auf die Ideale von Freiheit und Demokratie gegründet, sagte Putin weiter. Ziel sei es, Frieden und Ruhe in Europa zu garantieren. Jeder Staat habe das Recht, sich unabhängig und selbstständig zu entwickeln. Als strahlendes Beispiel für eine Politik des Vertrauens nannte er die historische Versöhnung zwischen Russland und Deutschland. "Dies ist eine der wertvollsten Errungenschaften im Nachkriegseuropa", sagte Putin. "Ein nachahmenswertes Beispiel für die Weltpolitik."

60 Jahrestag Kriegsende Moskau

Parade in Moskau zum 60. Jahrestag des Kriegsendes

Zum Auftakt der Parade schwenkten vier Elitesoldaten eine rote Flagge mit Hammer und Sichel. Es handelte sich um die Nachbildung der Flagge, die die 150. Division des sowjetischen Heeres nach der Erstürmung des Berliner Regierungsviertels über dem Reichstag gehisst hatten. Insgesamt nahmen etwa 2500 Kriegsveteranen, die auf Armeelastwagen gefahren wurden, an der Parade auf dem Roten Platz teil. 7000 Soldaten aller Waffengattungen marschierten an ihnen vorbei.

Schröder auf dem Roten Platz

Putin und Schröder vor Parade auf Rotem Platz in Moskau

Gedenkfeier in Moskau: "große Ehre" für Schröder.

Beim anschließenden Gang zum Grabmal des Unbekannten Soldaten wurde Putin vom deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder, von US-Präsident George W. Bush und dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac begleitet. Bundeskanzler Schröder hat die Einladung nach Moskau als "große Ehre und Vertrauensbeweis für das deutsche Volk" bezeichnet. Vorab bat er ausdrücklich um Vergebung für das Leid, das die Deutschen den Russen zugefügt haben. Für Schröder schließt sich mit seiner Teilnahme an den Feierlichkeiten in Moskau ein Zyklus des Gedenkens: D-Day in der Normandie, Warschauer Aufstand, Befreiung der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald und nun Kriegsende in Russland.

Trotz der vielen Staatsgäste in Moskau hatten auch mehrere Staats- und Regierungschefs aus unterschiedlichen Gründen ihre Teilnahme an der Militärparade abgesagt. Die Staatschefs von Estland und Litauen, Arnold Rüütel und Valdas Adamkus, boykottieren die Veranstaltung aus Protest dagegen, dass Russland die Einverleibung des Baltikums in die Sowjetunion zu Kriegsende bislang nicht als unrechtmäßig anerkannt hat. Der britische Premierminister Tony Blair sagte nach seinem Wahlsieg mit Hinweis auf die bevorstehende Regierungsbildung ab.

Gespanntes Verhältnis zwischen Putin und Bush?

US-Präsident Bush beendete bereits am Mittag sein offizielles Programm bei den Feiern zum Kriegsende und traf sich in Moskau mit russischen Nicht-Regierungsorganisationen (NGO). Am Vorabend der Gedenkfeier hatten sich Bush und Putin bereits auf Putins Landhaus bei Moskau getroffen. Trotz scharfer Töne zwischen den beiden Staaten in den Tagen zuvor, zeigten sich beide Staatschefs gelöst und plauderten Fernsehberichten zufolge ohne Dolmetscher. Putin hatte Bush angeblich übel genommen, dass der US-Präsident auf seiner Reise auch in den russland-kritischen Staaten Baltikum und Georgien Halt machte. Außerdem hatten die USA sich in den vergangenen Monaten mehrfach besorgt über die Entwicklung der Demokratie in Russland geäußert. (nis)

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