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Fokus Osteuropa

Russland: Erste Kandidaten-Listen für Duma-Wahl

Die russischen Parteien, die sich auf die Wahlen im Dezember vorbereiten, arbeiten an ihren Kandidatenlisten. Erste Entscheidungen brachten Überraschungen.

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Andrej Lugowoj, Kandidat mit internationalem Haftbefehl

Russische Parteien haben erste Kandidatenlisten für die Parlamentswahl im Dezember dieses Jahres vorgestellt. Die größte Überraschung ist Platz zwei auf der Liste der Liberaldemokratischen Partei Russlands (LDPR), der am 17. September auf dem Kongress der LDPR vergeben wurde, nachdem Aleksej Mitrofanow von der LDPR zur Partei Gerechtes Russland gewechselt war. Dort steht nun Andrej Lugowoj, der von den britischen Behörden verdächtigt wird, den ehemaligen Offizier des Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands (FSB), Aleksandr Litwinenko, in London ermordet zu haben.

Andrej Rjabow vom Moskauer Carnegie-Zentrum ist der Ansicht, dass der Kreml den Führer der LDPR zu dieser Entscheidung gedrängt haben könnte. Übrigens sind die Chancen der LDPR, in die neue Staatsduma einzuziehen, nach wie vor gering, meint der Experte. Lugowoj selbst sagte zu seiner Aufstellung auf der Kandidatenliste der LDPR: "Ich bin seit vier Monaten in der Politik, aber nicht auf eigenen Wunsch. Ich habe mich mit Geschäften befasst, aber aufgrund des widerlichen Vorgehens der britischen Justiz gegen mich ist all dies zu einer politischen Hysterie gegen das Land geworden."

Den ersten Listenplatz der LDPR nimmt wie erwartet Wladimir Schirinowskij ein. Andrej Lugowoj folgt auf Platz drei Schirinowskijs Sohn Igor Lebedjew.

Parteien auf Kandidatensuche

Andere Parteien suchten gezielt nach Frauen für ihre Kandidatenlisten. Die Union Rechter Kräfte (SPS) versuchte Irina Chakamada anzuwerben und die Partei Einiges Russland lud die Olympiasiegerin Swetlana Schurowa ein.

Die Partei Jabloko, die vor wenigen Tagen einen Kongress abgehalten hatte, hatte die größten Schwierigkeiten bei der Aufstellung der Führungs-Troika. Dem langjährigen Führer Georgij Jawlinskij folgen auf der Liste der Menschenrechtler Sergej Kowaljow und der erste stellvertretende Parteivorsitzende Sergej Iwanenko. Andere hatten zuvor eine Aufstellung abgelehnt, aus Furcht, die Partei könnte den Einzug in die Staatsduma nicht schaffen.

Übrigens stehen auch für die Opposition unerwartete Namen auf der Jabloko-Liste. So wird die Stawropoler-Gruppe von Wladimir Putin vertreten und eine der drei Gruppen des Gebiets Rostow leitet Sergej Mironow. Bei ihnen handelt es sich natürlich um Personen, die nur wie die gleichnamigen bekannten Politiker heißen. Andrej Rjabow vom Moskauer Carnegie-Zentrum meint, dies werde den Parteien keine großen Dividende bringen.

Allein bei der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation ist alles unverändert. Die Partei setzt weiterhin auf Gennadij Sjuganow und den Akademiker Schores Alferow.

Jegor Winogradow
DW-RADIO/Russisch, 17.9.2007, Fokus Ost-Südost

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