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Aktuell Europa

Russland erhält Geld für Erdgas-Lieferung

Russland redet, die Ukraine zahlt: Im Gasstreit hat Kiew eine Vorauszahlung überwiesen. Moskau will weiter unter EU-Vermittlung verhandeln. Auch der Westen wäre betroffen, wenn Russland den Hahn zudreht.

Nach der russischen Kritik an ausbleibenden Vorauszahlungen für Erdgaslieferungen an die Ukraine hat die Regierung in Kiew 15 Millionen Dollar (13 Millionen Euro) überwiesen. Das Geld decke jedoch lediglich die Kosten für einen weiteren Tag, sagte Sergej Kuprijanow vom russischen Energiemonopolisten Gazprom.

Russlands Regierung hatte zuvor ihre Teilnahme an einem neuen Treffen zu Energiefragen unter Beteiligung der Ukraine in Brüssel zugesagt. Die Gespräche sind für kommenden Montag angesetzt. Moskau gehe davon aus, dass dort "alle Fragen hinsichtlich unseres Verhältnisses zur Europäischen Union" angesprochen würden, teilte Energieminister Alexander Nowak mit.

Russlands Energieminister Alexander Nowak (Foto: picture-alliance/dpa/TASS/A. Novoderezhkin)

Russlands Energieminister Alexander Nowak

Energieversorgung im Kriegsgebiet

Bei den Gesprächen in Brüssel solle es auch um die Probleme bei der Gasversorgung jener ostukrainischen Gebiete gehen, die von prorussischen Separatisten kontrolliert würden, sagte Energieminister Nowak.

Russland hatte in der vergangenen Woche damit begonnen, die Konfliktregion mit Erdgas zu beliefern. Die Rebellen hatten zuvor mitgeteilt, die von ihnen gehaltenen Gebiete würden nicht mehr vom ukrainischen Gaskonzern Naftogaz bedient. Außer um die Versorgung selbst geht es im Streit zwischen beiden Ländern auch um die Bezahlung.

Nach Auffassung des russischen Versorgers Gazprom muss Kiew auch für die jüngsten russischen Lieferungen in den Osten des Nachbarlandes die Rechnung begleichen. Die ukrainische Führung weigert sich indes und macht geltend, dass sie weder die Mengen kontrollieren noch über die Verwendung entscheiden könne.

EU am Ende der Kette

Russland und die Ukraine befinden sich im Dauerstreit um die Begleichung ukrainischer Schulden aus dem Gashandel. Im Oktober hatte der damalige EU-Energiekommissar Günther Oettinger eine Verhandlungslösung vermittelt, die bis Ende März gelten sollte.

Der russische Präsident Wladimir Putin drohte noch am Mittwoch mit einem Stopp der Lieferungen an die Ukraine, falls vereinbarte Vorauszahlungen nicht einträfen. "Das könnte natürlich auch den Transit nach Europa, zu unseren europäischen Partnern, gefährden", warnte er.

Die Europäische Union hat sich als Vermittler angeboten, da sie indirekt von dem Streit betroffen ist: Die EU erhält rund ein Drittel ihres Gasbedarfs aus Russland. Etwa 40 Prozent davon wird durch die Ukraine geleitet.

jj/sti (dpa, afp)