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Aktuell Welt

Russland droht mit Reaktionen auf US-Raketenabwehr

Russland hat auf einer Konferenz mit Experten der NATO-Staaten in Moskau in beispielloser Schärfe vor einer geplanten US-Raketenabwehr in Europa gewarnt. Gleichzeitig wurden harte Reaktionen angekündigt.

Nikolai Makarov, Generalstabschef der russischen Streitkräfte (Archivfoto: dpa/picture alliance)

Nikolai Makarov Generalstabschef der russischen Streitkräfte ARCHIVBILD

Mögliche Gegenschritte seien nicht nur die Stationierung von Iskander-Raketen in Kaliningrad an der Ostsee, sondern auch ihr Einsatz zur Vernichtung von Komponenten des geplanten westlichen Verteidigungsschildes. Das sagte der russische Generalstabschef Nikolai Makarow nach Angaben der Agentur Interfax.

"Wenn die USA und die NATO es für möglich halten, bei Gewährleistung der eigenen Sicherheit, die Sicherheit ihrer Nachbarn außer Acht zu lassen, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als passende Gegenmaßnahmen zu ergreifen", sagte Makarow. Er drohte wie in der Vergangenheit auch mit einem Ausstieg aus Abrüstungsverträgen.

Russland fühlt sich durch Abwehrschild bedroht

Moskau glaube den Beteuerungen Washingtons nicht, dass der Schild nur gegen andere Staaten und nicht gegen Russland gerichtet sei, betonte Makarow. Bisher hatte Russland nur mit der Stationierung eigener Verteidigungsanlagen gedroht, aber nicht so offen mit deren möglichen Einsatz.

Der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow warnte vor einem Scheitern der Gespräche zwischen der NATO und Russland über das geplante Raketenabwehrsystem in Europa. Bisherige Verhandlungen zwischen Russland, den USA und der NATO hätten keine akzeptable Übereinkunft gebracht.

Kremlchef sieht noch Möglichkeiten für einen Kompromiss

In einem Grußwort an die Konferenzteilnehmer hatte der russische Präsident Dmitri Medwedew vor einem neuen Wettrüsten gewarnt, sollten die USA ihre bisherigen Pläne so umsetzen. Noch gebe es Raum für einen Kompromiss, hieß es in dem vorgelesenen Schreiben.

Die NATO argumentiert, der Abwehrschild der sei wegen der Gefahr eines iranischen Raketenangriffs unabdingbar. Russland hält dagegen, das System könne das Abschreckungspotenzial russischer Atomwaffen beschneiden. Einen Betrieb des Systems zusammen mit Moskau lehnt die NATO ab. Der stellvertretende NATO-Generalsekretär Alexander Vershbow unterstrich auf der Konferenz, die Raketenabwehr sei und werde nicht gegen Russland gerichtet sein. Die russischen interkontinentalen Raketen seien zu schnell und zu modern, um von der geplanten Raketenabwehr erfasst zu werden.

Die Konferenz ist das letzte größere Treffen zwischen Russland und den USA vor dem NATO-Gipfel in Chicago Ende des Monats. Russland hat noch nicht erklärt, ob es einen Gesandten dort hinschicken wird.

re/kle (dapd, afp, dpa)