1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Russland droht mit Importverbot von US-Whiskey

Die Sanktionen des Westens treffen die russische Wirtschaft, der Kreml reagiert mit Importverboten für Lebensmittel. Jetzt trifft es möglicherweise eine Whiskey-Marke aus den USA.

Russland droht eneut mit einem Einfuhrverbot. Es seien "gefährliche Substanzen" in einem Bourbon Whiskey aus den USA gefunden worden, teilte die russische Aufsichtsbehörde Rosselchosnadsor mit. Die Behörde habe Ermittlungen eingeleitet, die ein Importverbot für den Whiskey nach sich ziehen könnte.

Russland verhängt in letzter Zeit häufig Importstopps und führt als Grund Gesundheitsbedenken an. Offiziell begründet wird dies häufig mit nicht eingehaltenen Hygienevorschriften. Handelspartner sehen hinter solchen Schritten aber oftmals politische Motive. Seit der Verschärfung der westlichen Sanktionen untersagt Moskau mit Verweis auf den "Verbraucherschutz" quasi täglich die Einfuhr immer neuer Lebensmittel.

Einfuhrverbote für Obst, Gemüse, Milch und Schokolade

Vergangene Woche traf es Polen: Seitdem gilt ein Einfuhrverbot für polnisches Obst und Gemüse. Auch die Ukraine bekommt russische Importbeschränkungen zu spüren. Am letzten Donnerstag wurde der Import von Säften verboten, zuvor hatte Russland schon ein Embargo auf Milchprodukte verhängt. Für die Ukraine ist dies nichts Neues: Als der ukrainische "Schokoladen-Zar" und jetztige Präsident Petro Poroschenko seine Kandidatur für das höchste Staatsamt verkündete, entdeckte Russland Gesundheitsrisiken in den Produkten seines Süßwaren-Imperiums und untersagte die Einfuhr.

Die Ukraine will ihrerseits gegen etwa 500 russische Künstler und Kulturschaffende wegen ihrer kremltreuen Position Einreiseverbote verhängen. Dabei gehe es um Kulturschaffende, die Russlands international kritisierte Einverleibung der Schwarzmeerhalbinsel Krim unterstützt hatten, sagte ein Mitarbeiter des Innenministeriums in Kiew. Die Betroffenen sollten nicht mehr mit Konzerten oder Auftritten in der Ukraine Geld verdienen dürfen.

Sanktionen treffen russsische Reiseveranstalter

Unterdessen hat bereits der vierte russische Reiseveranstalter innerhalb von drei Wochen Konkurs angemeldet. Der Anbieter Laibirint stellte am Samstag den Betrieb ein. "Die negative politische und wirtschaftliche Lage hat die Zahl der Buchungen beeinflusst", begründete das Unternehmen die Pleite. Der Wertverlust des Rubels schmälere zudem die Kaufkraft der Russen.

Derzeit sitzen mehr als 27.000 russische Touristen im Ausland fest, weil ihr Reiseveranstalter im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise Pleite gegangen ist.

Hunderte ukrainische Soldaten auf russischem Gebiet

In der Ostukraine gingen die Kämpfe unterdessen weiter. Bei schweren Gefechten mit Separatisten sind Hunderte ukrainische Soldaten auf russisches Gebiet gelangt. Die Führung in Kiew bezeichnete die Grenzüberschreitung als "taktisches Manöver", hingegen sprachen russische Behörden von Fahnenflucht.

Nach Angaben der Regierung in Moskau haben die mehr als 400 Soldaten in Russland politisches Ayl beantragt, um nicht länger gegen die Separatisten kämpfen zu müssen. Die ukrainische Regierung widersprach dieser Darstellung scharf, räumte aber ein, dass Hunderte ihrer Soldaten sich auf russischem Staatsgebiet aufhalten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, 311 Soldaten und Grenzschützer seien bei Kämpfen mit den Separatisten gezwungen gewesen, auf russisches Staatsgebiet auszuweichen.

cr/wl (dpa, afp, rtr)