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Katar-Konflikt

Russland bietet Vermittlung im Katar-Konflikt an

Die russische Regierung hat Katar und seine Nachbarländer zum Dialog aufgefordert und sich als Schlichter angeboten. Unterdessen fühlen sich die Golfstaaten durch eine Aussage von US-Präsident Donald Trump bestätigt.

Kongo Kobalt-Abbau (picture alliance/AP/P. Golovkin)

Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani (links) und Amtskollege Sergej Lawrow in Moskau

Russland habe die Eskalation des Konflikts mit Sorge verfolgt und plädiere für die "Beilegung aller Meinungsverschiedenheiten im Dialog", betonte Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen mit seinem katarischen Kollegen Scheich Mohammed al-Thani in Moskau. Für den Kampf gegen den Terrorismus - laut Lawrow aktuell die die größte Herausforderung - sei Einigkeit zwischen den arabischen Staaten notwendig.

Moskau mische sich zwar nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ein, halte aber Kontakt zu allen Konfliktparteien. "Es bereitet uns keine Freude, wenn sich die Beziehungen zwischen unseren Partnern verschlechtern," begründete Lawrow das Mediationsangebot.

Al-Thani bezeichnete die Blockade-Politik der Nachbarstaaten bei dem Treffen als "illegal". Der türkische Präsident Recip Tayyip Erdogan hatte am Freitag ein Ende der Isolation Katars gefordert. Saudi-Arabien solle seiner Führungsrolle in der Region gerecht werden und die Krise beilegen, sagte Erdogan in Istanbul. Zugleich sicherte er Doha weitere Hilfe zu. "Wir werden Katar weiterhin jede Form der Unterstützung gewähren", so der Präsident. Ankara werde Katar unter anderem mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen.

Widersprüchliche Signale aus Washington

Die Golf-Staaten fühlen sich wiederum unter anderem durch ein Statement von US-Präsident Donald Trump in ihrer harten Haltung gegenüber dem Emirat bestätigt. Trump hatte Katar am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus als langjährigen "Finanzierer des Terrorismus auf hohem Niveau" bezeichnet.

US-Außenminister Rex Tillerson appellierte dagegen an Saudi-Arabien und die anderen Staaten, die Blockade gegen Katar zu lockern. Zugleich forderte er die Regierung in Doha auf, die Anliegen der anderen Länder ernst zu nehmen und noch mehr im Kampf gegen den Terrorismus zu tun.

Der katarische Botschafter in Washington, Meshal Hamad al-Thani, kritisierte die Aussage des US-Präsidenten. Terrorfinanzierung sei ein globales Problem und Katar sei "nicht immun",  schrieb er auf Twitter. Das Land kämpfe seit Jahren gemeinsam mit den USA gegen Extremismus. Vertreter aus Washington hätten dem Emirat diesbezüglich Fortschritte bescheinigt. "Wir appellieren an die US-Regierung, sich auf ihre eigenen Quellen zu verlassen und nicht auf Länder mit einer politischen Agenda", fügte er hinzu.

Gabriel warnt vor neuem Golf-Krieg

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel warnte unterdessen davor, dass die Isolation Katars zu einem Krieg am Golf führen könnte. Die Härte des Umgangs zwischen den Konfliktparteien sei "dramatisch", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut Vorabbericht. Ihm sei durch die Gespräche mit seinen Amtskollegen aus Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, der Türkei und dem Iran bewusst geworden, wie ernst die Lage sei. Er glaube jedoch, "dass es auch gute Chancen gibt, voranzukommen", so Gabriel.

Fünf führende arabische Staaten hatten am Montag überraschend die diplomatischen Beziehungen zu dem Wüsten-Emirat abgebrochen. Katarische Staatsbürger wurden aufgefordert, innerhalb von zwei Wochen das Land zu verlassen. Zudem wurde der Flugverkehr nach Katar eingestellt.

hk/sti (dpa, afp, rtr)

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