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Aktuell Asien

Russisches Passagierflugzeug in Indonesien vermisst

Bei einem Demonstrationsflug in Indonesien ist ein hochmodernes russisches Flugzeug mit mehr als 40 Menschen an Bord verschollen. Die Maschine verschwand südlich der Hauptstadt Jakarta von den Radarschirmen.

Der russische Superjet 100 bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtmesse MAKS in Schukowski bei Moskau. (Foto: dpa)

Der russische Superjet 100 Archiv

An Bord des Flugzeugs vom Typ Suchoi Superjet 100 seien zum Zeitpunkt des Verschwindens 46 Menschen gewesen, sagte der Chef der indonesischen Luftfahrtbehörde, Herry Bakti Singoyudha, in Jakarta. "Wir suchen noch danach", sagte er. "Wir wissen nicht, was passiert ist."

Die Funkverbindung mit der Maschine sei über der Region Bogor nahe der Hauptstadt Jakarta abgebrochen, bestätigte ein Sprecher des Luftfahrtkonsortiums OAK in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax.

Geschäftsleute und Botschaftsmitarbeiter an Bord

Nach Angaben des indonesischen Verkehrsministeriums befanden sich russische Botschaftsmitarbeiter und indonesische Geschäftsleute an Bord. Einen ersten Flug absolvierte die Maschine einem Ministeriumssprecher zufolge zuvor erfolgreich. Kurz nach dem zweiten Start habe die Maschine aber den Funkkontakt verloren.

Die Maschine sollte ursprünglich einige Runden in der Hauptstadtregion drehen und dann wieder auf dem Flughafen von Jakarta landen. Bei dem Test soll das Flugzeug im Sinkflug über Westjava bis auf 2000 Meter heruntergekommen sein. Das indonesische Militär erklärte, das Flugzeug sei regelrecht vom Himmel gefallen.

Ein namentlich nicht genannter russischer Luftfahrtexperte sagte, es gebe wenig Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang. Einem Fernsehbericht zufolge soll die Suche bei Tagesanbruch aufgenommen werden. 

Triebwerksprobleme hatten Auslieferung verzögert

Der Sukhoi Superjet 100 wird von der Gagarin Aviation Production Association enthüllt. ( Foto: dpa)

Der Superjet 100 ist das erste Passagierflugzeug, das in Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion entwickelt wurde.

Der auch mit westlicher Technik ausgestattete Superjet 100 ist das erste Passagierflugzeug, das in Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion entwickelt wurde. Moskau hat mit der Maschine ehrgeizige Pläne. So soll das in Kooperation mit Boeing sowie europäischen Unternehmen entwickelte Flugzeug auf dem Weltmarkt den Branchenriesen Bombardier (Kanada) und Embraer (Brasilien) Konkurrenz machen.

Erst vor kurzem hatte die Zivilsparte des Kampfjet-Herstellers Suchoi die offizielle Zulassung für die Europäische Union erhalten. Allerdings hatten Triebwerksprobleme die Auslieferung des Fliegers bislang verzögert. Beim Flug von Birma nach Indonesien hatte das Flugzeug erstmals den Äquator überflogen. Seinen Jungfernflug machte der Superjet 100 im Jahr 2008.     

Suchoi hat derzeit 170 Bestellungen für das Flugzeug und will vor allem
ausländische Märkte bedienen. Geplant ist die Produktion von bis zu 1000 Maschinen.   

GD/qu (dpa, rtr, dapd, afp)

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