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Syrien

Russisches Militär bombardiert wieder Aleppo

Nach einer Phase relativer Ruhe haben russische und syrische Streitkräfte eine neue Welle von Luftangriffen auf den Osten Aleppos eröffnet. Russland begann zudem eine Offensive im Westen Syriens gegen Rebellenpositionen.

Syrien Luftangriff auf ein Krankenhaus bei Atareb nah Aleppo (Reuters/A. Abdullah)

Dieser Krankentransporter wurde in Atareb westlich von Aleppo durch einen Luftangriff zerstört

In Syrien haben die russischen und die syrische Streitkräfte gemeinsam neue groß angelegte Angriffe durchgeführt. Die syrische Luftwaffe bombardierte erstmals seit vier Wochen den von Rebellen gehaltenen Osten der nordsyrischen Stadt und warfen dabei auch Fassbomben ab, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. In Aleppo beobachtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur afp, wie im Osten der Stadt zwei Viertel bombardiert wurden.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu gab in Moskau bekannt, dass eine "größere Operation" gegen Dschihadisten in den Provinzen Idlib und Homs im Westen und Nordwesten Syriens angelaufen sei. Die ersten Kampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-33 hätten vom Flugzeugträger "Admiral Kusnezow" vor der syrischen Küste aus Angriffe geflogen. Zudem habe die Fregatte "Admiral Grigorowitsch" Marschflugkörper vom Typ Kalibr abgefeuert, sagte Schoigu bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin in Sotschi. Ziel seien Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und der früheren Al-Nusra-Front in den beiden Provinzen gewesen.

Erneut Krankenhäuser bombardiert

In Rebellengebieten im Norden Syriens wurden derweil nach Angaben von Aktivisten bei Angriffen auf drei Krankenhäuser mehrere Patienten und Mitarbeiter verletzt. Wie die oppositionsnahe Beobachtungsstelle mitteilte, wurden die Kliniken in den vergangenen 24 Stunden getroffen. Operationsräume und Krankenwagen wurden zerstört. Unklar ist, ob die syrische oder die russische Luftwaffe die Angriffe in der Provinz Aleppo flog.

Der Beobachtungsstelle zufolge wurde in der Nacht zum Dienstag die Klinik des Dorfes Awidschel im Westen der Provinz getroffen. Unter den Verletzten waren auch Patienten, die kurz zuvor erst aus dem Nachbarort Kafr Naha verlegt wurden, nachdem die dortige Klinik angegriffen worden war. Auch das Krankenhaus in der Ortschaft Atareb wurde mehrfach getroffen.

Menschenrechtsgruppen werfen der syrischen Führung und ihrem Verbündeten Russland immer wieder vor, gezielt medizinische Einrichtungen in Gebieten anzugreifen, die von den Aufständischen beherrscht werden. Damaskus und Moskau weisen das zurück.

kle/qu (afp, dpa, rtr, ape)