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Wirtschaft

Russisches Gas strömt nun wieder

"Gas frei" lautet es jetzt zum wiederholten Mal. Russland öffnete die Hähne, die Ukraine die Leitungen. Die Abnehmer in Europa hoffen jetzt wieder, dass der Gasstreit endgültig beigelegt ist.

Druckmesser an einer Gasanlage in Ungarn, der auf voller Leistung steht (ap)

Die Druckmesser wie hier in Ungarn stehen bald nicht mehr auf Null

Am Dienstag (20.01.2009) kam die Meldung des russischen Energiekonzerns Gazprom, die Gaslieferungen seien nun aufgenommen worden. Konzernsprecher Boris Saposchnikow sagte, seit 10.30 Uhr Moskauer Zeit werde wieder Gas in vollem Umfang an der Pumpstation Sudscha an der Grenze zur Ukraine gepumpt. Die Exporte in die Europäische Union und die Ukraine hätten die Gesamtmenge von 423 Millionen Kubikmetern pro Tag erreicht. In der Nacht zu Dienstag waren nur Teilmengen geliefert worden.

Aus der Ukraine wurde bestätigt, dass das Gas durch die Pipelines ströme. Die Leitungen seien auch auf ukrainischer Seite geöffnet worden. Allerdings verzögere sich wegen "laufender technischer Arbeiten" der Transit nach Europa noch um etwa zwei Stunden. Wenn der Druck gleichmäßig sei, könne das Gas weitergeleitet werden.

Neuer Vertrag unterzeichnet

In Anwesenheit von Timoschenko (hinten links)und Putin (hinten rechts) unterzeichneten Gazprom-Chef Miller (vorne rechts) und Oleh Dubina, Chef von Naftogaz den neuen Liefervertrag

Timoschenko und Putin bei der Unterzeichnung des Vertrags durch Gazprom-Chef Miller (rechts) und Dubina, Chef von Naftogaz (links)

Russland und die Ukraine hatten den seit zwei Wochen schwelenden Streit um Liefer- und Transitpreise am Montag beigelegt. Der russische Regierungschef Wladimir Putin und die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hatten sich am Wochenende in Moskau auf einen neuen Vertrag verständigt. Am Montag wurde er von den Chefs beider Energiekonzerne unterzeichnet.

Die Ukraine muss ab 2010 soviel für russisches Gas zahlen wie Staaten der Europäischen Union. Für das laufende Jahr bekommt sie noch einen Rabatt von 20 Prozent. Im Gegenzug sollen 2009 die Transitgebühren nicht erhöht werden. Nach Angaben von Gazprom-Chef Alexei Miller muss die Ukraine im ersten Quartal des Jahres 360 US-Dollar für 1000 Kubikmeter Gas zahlen, fast doppelt soviel wie im Jahr zuvor.

Miller drohte damit, den Preis auf 100 Prozent anzuheben, sollte es wie in der Vergangenheit zu neuen Verzögerungen kommen. Die Gaspreise sollen 2009 deutlich sinken. Durch den Preisverfall hofft die Ukraine auf einen Jahresdurchschnittspreis von deutlich unter 250 Dollar.

Kunden hoffen wieder

Die Abnehmer in Europa hoffen nun, dass der Streit endgültig beigelegt ist. Experten gehen davon aus, dass es etwa 36 Stunden braucht, bis die Gasversorgung überall wieder reibungslos verläuft.

Zwei EU-Beobachter (rechts) in Sudscha blicken auf einen Gasmesser (ap)

Die EU-Beobachter warteten lange vergeblich in Sudscha

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV teilte in einer Erklärung mit, er gehe davon aus, dass das Gas am Mittwoch am Verteiler in Baumgarten im Osten des Landes ankomme. Man stehe mit Gazprom in Verbindung; entsprechende Vorbereitungen zur Weiterleitung seien getroffen worden.

Die Europäische Union, die vergeblich in dem Streit vermittelt hatte, gab an, sie sehe die Krise erst als beendet an, wenn ihre Beobachter die Ankunft in den betroffenen Ländern bestätigten. 80 Prozent des russischen Gases für europäische Staaten fließt durch Leitungen in der Ukraine. (hy)

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