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Wirtschaft

Russische Wirtschaft schrumpft weiter

Die Sanktionen des Westens und der niedrige Ölpreis machen der russischen Wirtschaft zu schaffen: Sie schrumpfte im ersten Quartal - und die Oligarchen verloren eine Menge Geld.

Die russische Wirtschaft ist nach offiziellen Angaben im ersten Vierteljahr um zwei Prozent im Jahresvergleich geschrumpft. Ministerpräsident Dmitri Medwedew machte am Dienstag insbesondere die westlichen Sanktionen im Ukraine-Konflikt dafür verantwortlich. Er sprach von "deutlichen Verlusten", die ausländischen Experten zufolge 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachten. "Dies könnte sich 2015 vervielfachen", sagte Medwedew vor Abgeordneten in Moskau.

Der Rückgang sei der erste in einem ersten Quartal seit 2009, "die negativen Tendenzen setzen sich dieses Jahr fort", sagte Medwedew weiter. Allerdings sei die derzeitige Entwicklung nicht so schlimm wie Anfang 2009. Zudem stabilisiere sich die Konjunktur, so Medwedew. Für das ganze Jahr erwartet die russische Regierung einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um drei Prozent.

Inflation und Kapitalflucht

Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew hatte Ende Januar eine Inflationsrate von zwölf Prozent vorausgesagt; die Kapitalflucht wird laut Regierungsprognose bei 115 Milliarden Dollar liegen. Am Montag hatte die russischen Notenbank die Zinsen für einjährige Fremdwährungskredite an die heimischen Geschäftsbanken auf 2,5 Prozentpunkte über dem Referenzsatz angehoben. Dies hatte der Währung des Landes am Dienstag erneut zugesetzt. Der Dollar stieg um bis zu 1,6 Prozent auf 54,17 Rubel.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass durch die Sanktionen des Westens, den Fall des Rubels und durch den Sturz der Aktienkurse an der Moskauer Börse das Vermögen der reichsten Russen stark geschrumpft ist. Das Gesamtvermögen der 200 reichsten Geschäftsleute sei im vergangenen Jahr um 15 Prozent gesunken, von 481 auf 408 Milliarden Dollar, hatte die US-Zeitschrift "Forbes" ermittelt. Demnach ging die Zahl der Milliardäre in Russland um 111 auf 88 zurück.

Einige von ihnen, Oligarchen mit Nähe zur Regierung, seien direkt von den Sanktionen betroffen, etwa der bei Banken und im Energiesektor beteiligte Gennadi Timtschenko, dessen Vermögen laut "Forbes" um 4,6 Milliarden auf 10,7 Milliarden Dollar zusammenschmolz, Unternehmer Arkadi Rotenberg, der 2,6 Milliarden Dollar einbüßte, oder der an Banken beteiligte Juri Kowaltschuk, der über 750 Millionen Dollar Vermögen weniger verfüge als im vergangenen Jahr.

wen/fab (dpa,rtr, afpd)