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Olympische Winterspiele

Russische Sportler unter neutraler Flagge zu Olympia

Die Boykott-Pläne sind vom Tisch: Russlands Athleten dürfen zu den Olympischen Spielen in Pyeongchang reisen und werden dabei vom Staat unterstützt. Allerdings werden sie dabei auf die russische Flagge verzichten müssen.

Großbritannien Russische Athletinnen bei den olympischen Spielen in London (picture-alliance/dpa/EPA/S. Ilnitsky)

Ohne Hymne, ohne Flagge, dafür unter olympischen Ringen: russische Sportler bei Olympia

Die Anzeichen hatten sich zuletzt gemehrt, der Entschluss ist keine Überraschung mehr: Russische Sportler werden zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea fahren und unter neutraler Flagge starten. Das beschloss die Olympische Versammlung als oberstes Organ der olympischen Bewegung in Russland am Dienstag in Moskau. Damit ist der Weg frei für die Teilnahme der russischen Athleten, die bislang weder gesperrt, noch nachweislich in den Dopingskandal verwickelt sind. Präsident Wladimir Putin hatte den Athleten die Teilnahme an den Spielen vom 9. bis 25. Februar 2018 freigestellt.

Freigabe durch Putin

Der Beschluss sei einstimmig gefallen, meldete die Agentur Tass. Wegen des russischen Doping-Skandals hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) Russland als Nation für Pyeongchang gesperrt. Russische Sportler, die als unbelastet gelten, dürfen aber unter der Olympia-Flagge starten.Diese Entscheidung löste kontroverse Reaktionen in Politik, Sport und Gesellschaft aus - in Russland zeigten sich viele Menschen enttäuscht.Dem IOC wurde dagegen vorgeworfen, zu lasch mit Russland in der Doping-Frage umzugehen. 

"Das Russische Olympische Komitee hat einstecken müssen, um den Sportlern ihren olympischen Traum ermöglichen zu können", sagte ROC-Chef Alexander Schukow, der erneut Whistleblower Grigorij Rodschenkow die Schuld an dem Skandal zuschob. "Die Schmid-Kommission hat gründliche Beschreibungen von Rodschenkow und seinen Komplizen geliefert. Sie haben dem russischen Sport und der olympischen Bewegung enorm geschadet", sagte Schukow.

"Olympischer Athlet von Russland klingt nicht wirklich neutral"

Rodschenkow hatte als Kronzeuge die Aufdeckung des Dopingskandals rund um die Winterspiele 2014 in Sotschi massiv vorangetrieben. Die Kommission unter der Leitung des Schweizers Samuel Schmid hatte dem IOC nach eingehenden Untersuchungen zu Sanktionen gegen Russland geraten. Das IOC schloss daraufhin das ROC wegen systematischen Dopings von den kommenden Spielen aus, saubere Athleten dürfen aber unter neutraler Flagge starten. Auch darf weder die russische Hymne bei Olympia gespielt werden, noch die russische Fahne in Pyeongchang wehen.

Sotschi 2014 - Team Russland mit Subkow (picture alliance/dpa/epa/B. Walton)

"Olympische Athleten von Russland" ist die offizielle Olympia-Team-Bezeichnung, obwohl Russland eigentlich gesperrt ist

Die russischen Athleten müssen sich zum einen für die Spiele sportlich qualifizieren, zum anderen müssen sie nachweisen, dass sie sauber sind. Ein Gremium unter Vorsitz der ehemaligen französischen Sportministerin Valerie Fourneyron soll feststellen, wer für einen Start in Frage kommt. Im Anschluss entscheidet ein Dreiergremium des IOC über die endgültige Starterlaubnis. Vorsitzende der Arbeitsgruppe ist Nicole Hoevertsz aus Aruba. Zugelassene Sportler müssen in Pyeongchang dann unter der Teambezeichnung OAR (Olympic Athlete from Russia) starten. Dies sorgte jedoch zuletzt für Kritik. Das britische IOC-Mitglied Adam Pengilly stieß sich an der Namensgebung für das neutrale Team. "Olympischer Athlet von Russland klingt nicht wirklich neutral", bemängelte der Brite.

Sechs weitere Athletinnen lebenslang gesperrt

Am gleichen Tag gab das IOC in Lausanne bekannt, dass bei weiteren Nachermittlungen zu den russischen Doping-Machenschaften bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi sechs russische Eishockeyspielerinnen überführt worden seien. Laut IOV wurden die Sportlerinnen lebenslang für Olympia gesperrt. Die Russinnen hatten bei den Spielen in ihrer Heimat den sechsten Platz belegt. Die Disziplinar-Kommission des IOC erhöhte damit die Zahl der lebenslangen Olympia-Sperren für russische Sportler nach den Manipulationen in Sotschi auf 31. Bei einer weiteren Spielerin habe der Doping-Verstoß nicht eindeutig belegt werden können, hieß es. 

jw/sn (mit sid/ dpa)

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