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Welt

Russische Polizei nimmt Regierungsgegner fest

An jedem 31. eines Monats gehen in Russland Menschen auf die Straße, um für die in Artikel 31 der Verfassung garantierte Versammlungsfreiheit zu demonstrieren. Auch diesmal wurden wieder viele von ihnen festgenommen.

Polizisten halten zwei Demonstranten fest, von denen einer auf dem Boden liegt (Foto: dapd)

Oppositionelle in St. Petersburg werden von der Polizei festgehalten

Bei Kundgebungen in Moskau, St. Petersburg und Nischni-Nowgorod wurden am Sonntag (31.07.2011) zahlreiche Menschen in Gewahrsam genommen, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten.

Allein in Moskau wurden mehr als 40 Menschen festgenommen. Nach Angaben des oppositionellen Internetportals namarsh.ru sollen es sogar über 70 gewesen sein.

Russische Regierungsgegner in Moskau mit einem Transparent, auf dem mehrfach die Zahl 31 steht (Foto: dapd)

Hinweis auf Artikel 31: Demonstranten in Moskau

Festnahme auf dem Weg zum Kreml

Anders als bei bisherigen Kundgebungen setzten sich die Demonstranten an einem zentralen Platz der Hauptstadt auf den Boden. Damit wollten sie offenbar die friedliche Natur ihres Protests deutlich machen.

Die Polizei, sie solche Versammlungen sonst immer schnell auflöste, hielt sich zunächst zurück. Man werde die Demonstranten nicht festnehmen, solange sie keine Gefahr für die Fußgänger darstellten, sagte ein Polizeisprecher. Als die Protestierenden sich nach zwei Stunden auf den Weg zum Kreml machten, griffen die Beamten doch zu.

Für ein Russland ohne Putin

In St. Petersburg führten die Sicherheitskräfte laut Medien etwa 50 Personen ab. Eine Reporterin des Radiosenders Echo Moskwy sprach von einem gewaltsamen Vorgehen auch gegen ältere Menschen. In Nischni-Nowgorod in der Wolga-Region östlich von Moskau soll es mehr als ein Dutzend Festnahmen gegeben haben.

Zu den Forderungen der Demonstranten gehörten neben dem Schutz der Versammlungsfreiheit ein Russland ohne Regierungschef Wladimir Putin und freie Dumawahlen Anfang Dezember. Insgesamt nahmen mehrere hundert Menschen an den Kundgebungen teil.

Seit einiger Zeit gibt es in Russland Proteste am letzten Tag jedes Monats mit 31 Tagen. Die Behörden erlassen häufig Demonstrationsverbote und begründen diese mit einer angeblich drohenden Störung der öffentlichen Ordnung.

Autor: Thomas Grimmer (afp, dapd, dpa)
Redaktion: Ulrike Quast