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Aktuell Europa

Russische Oppositionelle festgenommen

Die Gegner Präsident Putins lassen nicht locker. Vor dem Sitz des Geheimdienstes in Moskau protestierten sie gegen Folter von Gefangenen. Drei Anführer wurden festgenommen. Einer von ihnen war gestern angeklagt worden.

Anlass der nicht genehmigten Aktion war die Entführung des Regierungsgegners Leonid Raswosschajew vor einer Woche in der Ukraine. Raswosschajew wirft dem russischen Geheimdienst vor, ihn gewaltsam verschleppt und gefoltert zu haben.

Leonid Raswosschajew (Foto:dpa)

Leonid Raswosschajew: Wurde der Putin-Gegner entführt?

Hunderte waren im Zentrum von Moskau zusammengekommen. Sie wollten ein Zeichen setzen gegen das unerbittliche Vorgehen gegen die Opposition und die Behandlung Raswosschajews.

Vor dem Hauptquartier des Inlandsgeheimdienstes FSB an der Lubjanka wurden drei prominente Aktivisten abgeführt. Sergej Udalzow, Alexej Nawalny (großes Foto) und Ilja Jaschin seien "wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses" festgenommen worden, teilte das Innenministerium laut der Nachrichtenagentur Interfax mit. Nach einigen Stunden kamen sie wieder frei.

Repressive Politik

Udalzow mit Megafon (Foto:Misha Japaridze/AP/dapd)

Dem Chef der Linksfront, Udalzow, drohen zehn Jahre Haft

Udalzow, Chef der Bewegung Linksfront, und Raswosschajew sind wegen Planung von Massenunruhen angeklagt. Udalzow drohen im Fall einer Verurteilung zehn Jahre Lagerhaft. Bislang wurde er von der U-Haft verschont.

Er darf aber Moskau nicht verlassen. Menschenrechtler kritisierten die neuerlichen Festnahmen als Teil der repressiven Politik des Kreml gegen Andersdenkende.

Verbot umgangen

Ein Großaufgebot der Sicherheitskräfte hatte die Protestaktion überwacht. Die Teilnehmer hatten sich einzeln, nebeneinander mit Protestplakaten aufgestellt. Damit wollten sie das Versammlungsverbot umgehen.

Denn nur Einzelperson dürfen ohne Genehmigung demonstrieren. Andere Teilnehmer liefen mit weißen Bändern, die sie als Symbol der Opposition an ihrer Kleidung befestigt hatten, an der Strecke entlang.

Laut den Ermittlern hatte sich Raswosschajew gestellt und gestanden, Aufruhr geplant zuhaben. Aktivisten, die ihn im Gefängnis besuchten, vertraute er jedoch an, er sei in der ukrainischen Hauptstadt Kiew von maskierten Männern entführt und nach Russland gebracht worden.

Er sei drei Tage an Händen und Füßen gefesselt in einem Keller eingesperrt gewesen. Ihm sei Nahrung und Wasser verwehrt worden, bis er unter Schlafentzug gestanden habe.

uh/rb (afp,dpa)