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Aktuell Welt

Russische Marine will globaler auftreten

Mehr Flagge zeigen: Die russische Marine will erstmals seit dem Zerfall der Sowjetunion wieder neue Stützpunkte im Ausland einrichten. In Frage kommen Kuba, Vietnam und die Seychellen.

Der russische Flugzeugträger Kuznetsov hat im syrischen Hafen Tartus festgemacht (Foto: EPA/Sana)

Russland Tartus Syrien

Der Oberbefehlshaber der Marine, Vize-Admiral Viktor Tschirkow, sagte der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti, sein Land wolle Flottenstützpunkte in Kuba, Vietnam und den Seychellen einrichten. Mit diesen Ländern liefen bereits Verhandlungen über Wartungs- und Nachschubeinrichtungen. Weitere Details teilte der Offizier am Freitag nicht mit.

Derzeit verfügt Russland außerhalb seiner Grenzen nur über Flottenstützpunkte in der Ukraine und in Syrien. In Sewastopol auf der ukrainischen Halbinsel Krim ist die Schwarzmeerflotte stationiert. Der syrische Hafen Tartus dient seit 1971 der Versorgung der Marine im Mittelmeer. Wegen des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad ist die Zukunft dieser Basis aber ungewiss.

Kehrtwende in Vietnam und Kuba?

Zu Sowjetzeiten unterhielt Moskau auch in Kuba und in Vietnam Marine-Stützpunkte. Während seiner ersten Amtszeit als russischer Präsident beendete Wladimir Putin 2002 aber aus strategischen Gründen zunächst die Nutzung des vietnamesischen Stützpunkts in Cam Ranh und später auch die Nutzung des kubanischen Stützpunkts in Lourdes. Diese Entscheidung soll nun offenbar rückgängig gemacht werden.

Der vietnamesische Präsident Truong Tan Sang signalisierte am Freitag bereits, an einer engen militärischen Kooperation mit Russland interessiert zu sein. Seine Regierung würde Russland in der Frage der Zukunft des Hafens Cam Ranh favorisieren, sagte er vor einem Treffen mit Putin dem Radiosender Stimme Russlands.

Putin setzt auf militärische Stärke

Putin hatte im letzten Wahlkampf deutlich schärfere Töne in Richtung der Weltmacht USA angeschlagen. So warf er den USA vor, die Protestbewegung gegen seine zwölfjährige Herrschaft zu ermutigen, um Russland zu schwächen.

In den vergangenen Jahren hat Russland den Aktionsradius seiner Kriegsmarine Schritt für Schritt ausgedehnt. Die Schiffe wurden in fernere Gebiete entsandt. Damit sollte vor allem mehr Präsenz in der vom US-Militär dominierten Welt gezeigt werden. "Es ist wahr, wir arbeiten daran, die Marine mit Stützpunkten außerhalb der Russischen Föderation zu versorgen", wird Vize-Admiral Tschirkow zitiert.

kle/haz (afp, rtr, ape)

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