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Fokus Osteuropa

Russen vertrauen dem Rubel

Für die meisten Russen ist der Rubel ein relativ stabiles Zahlungsmittel. Die heimische Währung wird geschätzt. Das Interesse an Euro oder US-Dollar ist gering. Das zeigt der aktuelle DW-Trend für Russland.

Euro und Rubel (Foto: RIA Novosti)

Euro und Rubel

Eine klare Mehrheit der russischen Bevölkerung vertraut dem Rubel. Ausländische Währungen wie Euro und US-Dollar stoßen auf deutlich weniger Vertrauen. Dies zeigt der aktuelle DW-Trend für Russland im Monat Mai. Die repräsentative Umfrage hat das ukrainische Büro des Meinungsforschungsinstituts IFAK im Auftrag der Russischen Redaktion der Deutschen Welle durchgeführt. Dafür wurden telefonisch in Russland 1000 Bürger im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern befragt.

Bei einer Gegenüberstellung der drei Währungen Rubel, US-Dollar und Euro geben 73 Prozent der Befragten an, dass sie dem Rubel am meisten vertrauen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um sechs Prozent gestiegen. 15 Jahre nach dem Rubel-Crash und einer bis vor wenigen Jahren noch zweistelligen Inflationsrate ist der Rubel heute aus Sicht der russischen Bevölkerung wieder eine relativ zuverlässige Währung. Nur acht Prozent sagen, dass sie dem US-Dollar vertrauen. Sieben Prozent sind es beim Euro. Ein positiveres Image hat der Euro nur in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen. Hier sprechen immerhin 14 Prozent der Befragten dem Euro das größte Vertrauen aus.

Die Bildung von Rücklagen in einer der beiden genannten Fremdwährungen ist für Russen wenig attraktiv. Das ist bemerkenswert, weil der US-Dollar in Russland über Jahre beinahe wie eine Schattenwährung fungierte und auch der Euro eine Bedeutung im alltäglichen Wirtschaftskreislauf hatte. 63 Prozent der Befragten geben an, dass sie Geldersparnisse in Rubel haben. Nur eine sehr kleine Minderheit von fünf Prozent hat Ersparnisse in US-Dollar bzw. in Euro (drei Prozent). Rund ein Drittel (28 Prozent) gibt an, über gar keine Ersparnisse zu verfügen.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise in Ländern der Euro-Zone wirkt sich nur bedingt auf die Einstellung der Russen zum Euro aus. Nur 13 Prozent meinen, ihr Vertrauen in den Euro habe durch die Krise gelitten. 45 Prozent geben allerdings an, ihr Vertrauen in den Euro sei dadurch nicht negativ beeinflusst worden. Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) hat eigenen Angaben zufolge der europäischen Gemeinschaftswährung noch nie vertraut. Fast genauso viele der Befragten (20 Prozent) können sich zu diesem Thema keine Meinung bilden.

Skeptischer sind viele Russen hinsichtlich einer Lösung der Finanz- und Wirtschaftskrise in der Euro-Zone geworden. Zwar glauben derzeit 43 Prozent, die EU werde die aktuelle Krise meistern. Lediglich 20 Prozent äußern daran Zweifel. Vor einem Jahr waren allerdings noch 58 Prozent der Russen davon überzeugt, dass die EU-Länder die Krise in den Griff bekommen. Mehr als jeder Dritte hat dazu keine Meinung.

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